Landtagswahl in Salzburg: Karl Schnell (64) im Portrait

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Schnell tritt erstmals mit seiner Partei FPS bei der Landtagswahl an.
Schnell tritt erstmals mit seiner Partei FPS bei der Landtagswahl an. - © APA/Neumayr/Archiv
In seinen 25 Jahren Politik hat Karl Schnell (FPS) große Siege gefeiert und herbe Niederlagen eingesteckt. Die Umfragen sehen Schnell nicht im nächsten Landtag, aber der Arzt war schon für so manche Überraschung gut.

Bei der Landtagswahl 2013 ergatterte Karl Schnell 17 Prozent der Stimmen – damals allerdings noch als Spitzenkandidat der FPÖ. Schnell isolierte sich immer mehr von der Bundespartei, bis ihn Bundesparteichef Heinz-Christian Strache 2015 aus der Partei warf. Der Hinterglemmer gründete daraufhin seinen eigenen Ableger, die Freie Partei Salzburg (FPS), und verwaltete die fünf Landtagsmandate. Die Vorzeichen bei der kommenden Landtagswahl deuten nicht gerade auf einen Einzug der Schnell-Partei in den Landtag. Er kämpft mit der Abgrenzung seiner Partei zur FPÖ. Er möchte den Leuten klar machen, dass sie ihn wählen müssten, wenn sie eine freiheitliche Politik wollen, meinte Schnell im S24-Interview.

Steckbrief

Geburtsdatum & -ort: Flachau (Pongau), 7. April 1954

Wohnort: Saalbach-Hinterglemm (Pinzgau)

Familienstand: verheiratet, drei Kinder

Erlernter Beruf: Arzt

In der Landespolitik seit: 1992

Politische Kernthemen: Gesundheit, Sicherheit

Politischer Werdegang

Karl Schnell hat eine bewegte Geschichte in der Bundes- und Landespolitik hinter sich, die längste Zeit davon in der FPÖ. Die zahlreichen Krisen und Turbulenzen, die er durchlebte, konnten ihn lange Zeit nicht aus der Bahn werfen. (1991 holte der damalige FPÖ-Chef Jörg Haider als FPÖ-Generalsekretär in die Bundespolitik.) 1992 wurde Schnell Landesparteiobmann der FPÖ Salzburg, den Posten hielt er bis zu seinem Rauswurf 2015 – nicht Schnells erster Umbruch.

1997 kostete die sogenannte „Datenklau“-Affäre seinen Posten als Landesrat, den er seit 1992 innehatte. Durch eine Computerpanne sollen Freiheitliche an eine vertrauliche Liste über Postenbesetzungen der SPÖ gekommen sein. SPÖ und ÖVP sprachen Schnell das Misstrauen aus, seither sitzt er in der Opposition.

1998 brach ein FPÖ-interner Machtkampf aus. Schnell trat zurück, die FPÖ-Funktionäre im Land wurden von der damaligen Haider-Stellvertreterin Susanne Riess-Passer abgesetzt. Haider machte den Schritt rückgängig, Schnell wurde wieder Landesparteiobmann. Ein Jahr später, 1999, erreichte die FPÖ unter Schnell mit knapp 20 Prozent das beste Landtagswahlergebnis.

2003 kam es zum Konflikt zwischen Schnell und der Flachgauer FPÖ. Als Folge wurde Helmut Naderer aus der FPÖ ausgeschlossen. Bei der Landtagswahl 2004 erlitt die FPÖ eine herbe Niederlage, die 8,7 Prozent bedeuteten einen Absturz von elf Prozentpunkten. Schnell hielt sich entgegen der Erwartungen im Amt. Bei den folgenden Landtagswahlen holte er wieder Stimmenzuwächse (2009: 13 Prozent; 2013: 17 Prozent).

2015 kam er erwähnte Bruch mit der Bundes-FPÖ. Die meisten der bisherigen FPÖ-Funktionäre schlossen sich Schnells FPS an. Die Partei hält so die fünf vormaligen FPÖ-Sitze im Landtag.

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