Landwirtschaft droht auszusterben: So will Salzburg entgegenwirken

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Durch Asphalt kann Wasser nicht mehr absickern, dies kann zu Hochwasser führen (Symbolbild).
Durch Asphalt kann Wasser nicht mehr absickern, dies kann zu Hochwasser führen (Symbolbild). - © APA/dpa-Zentralbild/Stefan Sauer
In 200 Jahren könnten die landwirtschaftlichen Flächen in Österreich auf ein Minimum zurückgegangen sein. Täglich werden Flächen in der Größe von 30 Fußballfeldern verbaut. Das ergab eine Studie der Statistik Austria. In Salzburg will die Landesregierung diesen Entwicklungen mit einem neuen Raumordnungsgesetz entgegenwirken. 

Der Bodenverbrauch gefährde so die Lebensgrundlage der nächsten Generationen. In den vergangenen zehn Jahren wurden laut einer Aussendung vom Dienstag pro Tag durchschnittlich 20 Hektar Äcker und Wiesen verbaut, was der Fläche von 30 Fußballfeldern täglich entspricht. “Wir fordern daher eine Korrektur der Bodenpolitik und eine Reform der Raumordnung”, so der gemeinsame Appell von Hagelversicherungs-Chef Kurt Weinberger, Salzburgs Grünen-Chefin LHStv. Astrid Rössler, Statistik-Austria-Generaldirektor Konrad Pesendorfer sowie Karl Kienzl vom Umweltbundesamt in einer Aussendung der Hagelversicherung.

Österreicher brauchen viel Platz

Ein wesentliches Ergebnis stellte Pesendorfer vor: “Die verbaute Fläche nahm von 2001 bis 2016 um rund 24 Prozent zu. Das entspricht einem Plus von rund 1.090 Quadratkilometer (rund 2,5 Mal die Landesfläche Wiens). Damit wuchs die Beanspruchung von Flächen seit 2001 deutlich schneller als die österreichische Bevölkerung (+8,7 Prozent).” Demnach stieg die durchschnittliche Fläche der Wohnungen an Hauptwohnsitzen von 86,3 im Jahr 1994 auf 99,3 Quadratkilometer im Jahr 2016.

Im Gegensatz zur der Periode 2013 bis 2015 gab es in der Periode 2014 bis 2016 einen Rückgang der Verbauung um neun Prozent auf 14,7 Hektar täglich. Auch Weinberger freut diese Entwicklung, dennoch seien Österreicher nach wie vor “Europameister im negativen Sinn. Nämlich in der Zerstörung der heimischen Böden.”

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Bodenversiegelung stellt größtes Problem dar

Eines der Hauptprobleme dabei ist die fortschreitende Bodenversiegelung, etwa durch Asphalt. Immerhin besitzt Österreich mit 15 Metern pro Einwohner eines der dichtesten Straßennetze Europas. 41 Prozent Österreichs waren 2016 durch Siedlungs- und Verkehrsflächen mit wasserundurchlässige Abdeckungen verbaut, dadurch gehen wichtige Bodenfunktionen wie etwa die Speicherung von Wasser und Kohlenstoff verloren, sodass sie landwirtschaflich nicht mehr nutzbar sind.

Salzburg will Verbauung entgegenwirken

Seit geraumer Zeit versucht das Land Salzburg diesem Trend entgegen zu wirken und hat ein neues Raumordnungsgesetz entwickelt. Die Novelle soll Anfang 2018 in Kraft treten, kündigt Rössler an. “Verantwortung für zukünftige Generationen zu übernehmen, bedeutet, gerade in der Raumordnung vorausschauend zu planen.“, so Rössler.

Im Detail beschäftigt sich das neue Salzburger Raumordnungsgesetzt unter anderem mit der Mobilisierung von gewidmetem Bauland. Dafür soll ein Infrastruktur-Bereitstellungsbeitrag eingeführt werden.

Das heißt: Wird ein erschlossenes Bauland nicht widmungsgemäß genutzt, ist dennoch ein Beitrag dafür zu entrichten. Rössler erläutert: „In den neuen räumlichen Entwicklungskonzepten sind die Siedlungsschwerpunkte der Gemeinde auszuweisen. In diesen soll künftig die überwiegende Entwicklung der Gemeinde stattfinden. Die Ansiedlung von neuen Märkten erfolgt künftig nach strengen Kriterien. Neue Handelsgroßbetriebe an den Ortseinfahrten oder unmittelbar an einem Kreisverkehr oder auf der ‘grünen Wiese’ sollen damit der Vergangenheit angehören.“ Immerhin hat Österreich mit 1,8 Quadratmeter die europaweit die höchste Supermarktfläche pro Kopf.

500.000 Arbeitsplätze gefährdet

Einhergehend mit der Verminderung der landwirtschaftlichen Flächen würde eine weiter voranschreitende Verbauung in dem heutigen Ausmaß die Versorgung mit heimischen Lebensmitteln und rund 500.000 Arbeitsplätze im landwirtschaftlichen Bereich gefährden, ist sich die Expertenrunde sicher. “Damit stünde jedenfalls die Zukunft nachfolgender Generationen – unserer Kinder – zur Disposition. Das ist nicht akzeptabel“, heißt es in der Erklärung abschließend.

(APA/SALZBURG24)

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