Laut Kemler Einigkeit im OMV-Vorstand unmöglich

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Kemler hält Roiss-Ablöse für richtig
Kemler hält Roiss-Ablöse für richtig
ÖIAG-Vorstand Rudolf Kemler verteidigt im Interview mit “News” den erzwungenen Abgang von OMV-Chef Gerhard Roiss. Im OMV-Vorstand habe es unterschiedliche Vorstellungen über die Strategie gegeben: “Wir haben versucht, Einigkeit im Vorstand herzustellen, aber das war nicht möglich.” Daher habe der Aufsichtsrat handeln müssen, “um sich nicht dem Vorwurf auszusetzen, das Unternehmen zu schädigen”.


Die vorzeitige Ablöse von Gerhard Roiss sei die beste Lösung für das Unternehmen, weil sie eine Neuausrichtung unter einer neuen Führung bedeute, sagte Kemler laut Vorabmeldung im “News”. Der Vertrag von Roiss sei vor einem Jahr “noch unter völlig anderen Marktbedingungen” erfolgt. Inzwischen sei aber vor allem das Gasgeschäft dramatisch eingebrochen. Man werde jetzt mit Hilfe eines Personalberaters in einem mehrstufigen Prozess international die beste Führungskraft für die OMV suchen.

Dadurch, dass Informationen vorzeitig an die Öffentlichkeit gerieten, sei die Vertraulichkeit verletzt worden. Deshalb erfolge eine Anzeige bei der Staatsanwaltschaft. Die Kritik von Finanzminister Hans Jörg Schelling “freut mich nicht, ich kann die Verärgerung aber verstehen”, sagt Kemler.

Unterstützung erhält Roiss unterdessen von Brigitte Ederer, erst vor kurzem aus dem ÖIAG-Aufsichtsrat ausgeschieden. Sie selber habe Roiss noch nie cholerisch erlebt, sagte sie im “Mittagsjournal”. Auch habe Roiss in der Vergangenheit bewiesen, dass er ein Teamarbeiter ist, meinte die frühere SPÖ-Staatssekretärin und Siemens-Personalchefin. “Ich finde es schon sehr traurig, wie man da mit einem Menschen umgeht”. Ederer verwies auf die erfolgreiche Übernahme und Integration der Petrom als Erfolgsnachweis für Roiss.

Warum er jetzt abgeschossen werde, wisse sie nicht: “Vielleicht ist er Menschen oder Entscheidungen im Weg.” Noch vor einem Jahr habe die OMV als Perle der ÖIAG-Beteiligungen gegolten, erinnerte Ederer. Zugleich gestand sie der ÖIAG Handlungsbedarf zu: Es habe einen Brief von drei der vier Vorstandsmitglieder gegeben, dass sie mit dem Vierten nicht können. Wenn sich die vier nicht verstehen, müsse man handeln.

Jetzt mache es Sinn, Roiss bis Juni am Ruder zu lassen. Denn es brauche Zeit, um “einen hervorragenden Nachfolger” zu finden. Roiss kenne die Firma so gut, dass er die richtigen Schritte einleiten könne. Jedenfalls mache es keinen Sinn, über das Management öffentlich zu diskutieren.

Ederer brach eine Lanze dafür, dass die Politik künftig wieder über die Zusammensetzung des ÖIAG-Aufsichtsrates entscheidet. Denn auch jetzt werde die Politik nach ihrer Verantwortung gefragt, derzeit sei der sich selbst erneuernde Aufsichtsrat aber nicht weisungsgebunden. Die Politik könne gar nicht durchgreifen. Sie selber will aber nicht mehr in den ÖIAG-Aufsichtsrat: Man sollte nicht wieder dorthin zurückkehren, wo man schon war, sagte sie.

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