Lawine am Zweiesel: Skitourengeher befreien Verschüttete aus Schneemassen

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Ein Großaufgebot an Einsatzkräften rückte aus.
Ein Großaufgebot an Einsatzkräften rückte aus. - © BRK
Großen Zusammenhalt am Berg bewiesen am Sonntag Skitourengeher am Zwiesel bei Bad Reichenhall (Lkr. BGL) in Bayern. Nachdem zwei Wintersportler von einer Lawine erfasst worden waren, schafften weitere es, die Männer aus den Schneemassen zu befreien.

Die Lawine hatte nach Angaben der Zeugen vor Ort eine Breite von rund 25 bis 30 Metern und eine Anrisshöhe von etwa 30 Zentimetern. Die polizeilichen Ermittlungen ergaben, dass der einheimische Skibergsteiger zunächst alleine oberhalb der Zwieselalm unterwegs war; als er durch eine Rinne in Richtung Zennokopf ging, wurde er von einem Schneebrett aus einem Steilhang rechts der Rinne erfasst, rund 30 Meter mitgerissen, gegen einen Baum gedrückt und verschüttet, wobei die eingeschneiten Äste den Aufprall abdämpften und sein Arm an die Oberfläche ragte, sodass er ein wenig atmen konnte. Laut Polizei kann nicht genau geklärt werden, ob er das Brett, dass etwa 30 Meter oberhalb der Spur abgebrochen war, selbst ausgelöst hatte, oder ob es sich um eine Selbstauslösung aufgrund der erheblichen Lawinengefahr (Stufe 3) handelte. Ein zweiter einheimischer Skibergsteiger, der sich kurz hinter dem ersten Tourengeher befand, wurde von der Lawine ebenfalls noch erfasst, aber nur bis zu den Oberschenkeln eingegraben; sein Oberkörper blieb frei, so dass er gleich einen Notruf absetzen konnte.

Großeinsatz nach Lawinenabgang am Zwiesel

Die Leitstelle Traunstein schickte sofort ein Großaufgebot an Einsatzkräften los, darunter die Bergwachten Bad Reichenhall, Freilassing, Teisendorf-Anger und Ramsau, vierBergwacht-Notärzte, die Lawinen- und Suchhundestaffel der Bergwacht Region Chiemgau, zwei All-Terrain-Vehicles (ATV) und den Traunsteiner Rettungshubschrauber “Christoph 14”. Der Pilot nahm beim Anflug in Anger ein Suchhundeteam der Bergwacht auf und versuchte dann, die Einsatzstelle zu erreichen, musste aber aufgrund der sehr schlechten Sicht im Schneesturm in rund 1.000 Metern Höhe abbrechen und landete in der Reichenhaller Kaserne – weitere Rettungsflüge waren aufgrund des Schneesturms nicht mehr möglich. 25 Einsatzkräfte der Bergwacht fuhren bei starkem Schneefall über Weißbach an der Alpenstraße zum Jochberg und stiegen von dort aus mit Tourenskiern und Material zu Fuß in Richtung der Unfallstelle auf. Die Alpine Einsatzgruppe (AEG) der Polizei war mit mehreren Suchhundeteams und einem Bergführer unterwegs, der den Hergang aufnahm.

Skitourengeher innerhalb weniger Minuten ausgegraben

Die beiden Verschütteten hatten sehr großes Glück, da eine weitere Gruppe von Skibergsteigern nach nur kurzer Zeit am Unfallort eintraf und beide innerhalb weniger Minuten ausgraben konnte. Nach erster Einschätzung blieben sie weitgehend unverletzt, froren aber. Beide konnten in Begleitung noch selbst bis zum Listsee und zum Jochberg abfahren, wo sie jeweils von einem Bergwacht-Notarzt in Empfang genommen und untersucht wurden. Die Bergwacht brachte beide Patienten und die Ersthelfer zur Bergrettungswache.

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