Lawinengefahr wird im Westen zunehmend kritischer

Akt.:
Neuschnee lässt Lage prekär werden
Neuschnee lässt Lage prekär werden - © APA(Symbolbild)
Reichlich Neuschnee, stürmische Höhenwinden und tiefe Temperatur: Die Lawinengefahr im Westen Österreichs hat sich am Samstag noch einmal verschärft. In den neuschneereichen Gebieten Tirols hat die Lawinengefahr die Warnstufe “4” der fünfteiligen Skala erreicht. Auch in Vorarlberg steigt die Gefahr gebietsweise auf “4”. Auf den Straßen führten starke Schneefälle zu erheblichen Behinderungen.

Mehrere Unfälle und hängen gebliebene Schwerfahrzeuge auf Autobahnen und Schnellstraßen führten zu Straßensperren. Auf der Brennerautobahn ereignete sich in der Früh in Fahrtrichtung Innsbruck auf Höhe der Europabrücke ein Unfall mit vier Lkw, eines der Schwerfahrzeuge stand Informationen des Autofahrerklubs zufolge quer. Die A13 wurde zwischen Europabrücke und Ausfahrt Patsch-Igls gesperrt, die Dauer der Sperre sei noch nicht absehbar, sagte ÖAMTC-Sprecherin Romana Schuster.

Ebenfalls witterungsbedingt gesperrt war am Samstagvormittag die Fernpassstraße zwischen Nassereith und dem Grenztunnel Füssen. Eine Umleitung war nur großräumig über Vorarlberg möglich. Kurzfristig unpassierbar war die B179 zwischen Heiterwang und Reutte-Süd infolge einer Lkw-Bergung. Ebenfalls wegen einer Lastwagen-Bergung blieb die Eibergstraße (B173) auf Höhe der Kreuzung nach Söll (Bezirk Kufstein) etwa eine Stunde lang in beiden Fahrtrichtungen gesperrt.

Wegen Schneeglätte und Schneefahrbahn galt Kettenpflicht für Lkw auf der S16 Arlbergschnellstraße zwischen Bings und dem Arlbergtunnel in beiden Fahrtrichtungen, auf der Walchsee-Straße zwischen Niederndorf (Bezirk Kufstein) und Reit im Winkl (Bayern), auf der Fernpasstraße, auf der Arlbergstraße (B197) zwischen St. Anton und St. Christoph. Allen Fahrzeugen empfahl der ÖAMTC Winterausrüstung im Westen Österreichs, bei der Fahrt in höhere Lagen seien unbedingt Schneeketten mitzuführen.

Als durchwegs kritisch beurteilen die Experten die Lawinengefahr in allen Regionen Tirols und Vorarlbergs. Warnstufe “4” wurde Samstag früh vor allem in den Gebieten mit viel Neuschnee in der Silvretta, auf dem Arlberg, im Außerfern sowie dem Osttiroler Tauernkamm erreicht. Dort ist laut Lawinenwarndienst auch mit Selbstauslösungen von Lawinen zu rechnen, die größere Ausmaße erreichen können und damit auch exponierte Verkehrswege gefährden.

In allen anderen Gebieten Tirols und Vorarlbergs ist die Lawinengefahr weiterhin erheblich (Stufe “3”). Gefahrenstellen liegen in steilen Hängen aller Richtungen. Lawinenexperten beurteilen die Situation abseits gesicherter Pisten als “sehr heikel”. Skifahrern ohne umfassende Erfahrung raten sie, die Pisten nicht zu verlassen. Auch erfahrene Wintersportler sollten vorsichtig in der Routenwahl sein und Zurückhaltung walten lassen, hieß es seitens des Lawinenwarndienstes.

(APA)

Leserreporter
Feedback


0Kommentare

Herzlichen Dank für Ihren Kommentar - dieser wird nach einer Prüfung von uns freigeschaltet. Beachten Sie, dass dies gerade an Wochenenden etwas länger dauern kann.

noch 1000 Zeichen