Lebensmittelindustrie weist Vorwürfe aus Osteuropa zurück

Mannerschnitten, Red Bull und Co: Östliche EU-Länder beklagen seit längerem angebliche Doppelstandards bei der Qualität von Marken-Lebensmitteln. “Die österreichischen Lebensmittelhersteller verkaufen sichere Produkte von bester Qualität”, entgegnet die heimische Industrie und sieht politische Gründe für den Unmut. Auch wenn nach anderen Rezepten gekocht wird, gebe es keine Qualitätsunterschiede.

“Die Behauptung der Visegrad-Staaten, in einige Staaten Osteuropas würden vorsätzlich Lebensmittel ‘minderer Qualität’ geliefert, ist und bleibt falsch”, so Katharina Koßdorff, Geschäftsführerin des Fachverbandes der Lebensmittelindustrie, anlässlich des heutigen Gipfeltreffens “Gleiche Produktqualität für alle” in Bratislava. Dort wollen neun osteuropäische EU-Länder über die Bekämpfung unterschiedlicher Qualitätsstandards beraten und gemeinsam mit der EU-Kommission konkrete Schritte festlegen.

Die Länder kritisierten nach mehreren Tests, dass Marken-Lebensmittel aus ihren Supermärkten “nicht so voll” oder “weniger cremig” schmeckten als im Westen. Auch die tschechische EU-Verbraucherkommissarin Vera Jourova stellte Unterschiede fest und sprach jüngst von “alarmierend weniger Fisch in Fischstäbchen”.

“Wir haben diese ‘Tests’, zuletzt den slowakischen, unter die Lupe genommen und festgestellt, dass diese höchst fragwürdig sind”, kommentierte Koßdorff. Oft hätte sich herausgestellt, dass die verglichenen Lebensmittel aus denselben Rohstoffen auf denselben Anlagen nach denselben Rezepturen hergestellt wurden. “Nur die Etiketten unterscheiden sich – durch die jeweils verwendete Sprache.”

Abgeänderte Rezepturen gibt es bei Marken-Produkten, die international im Regal stehen, trotzdem. “Dass Lebensmittel eines Herstellers weltweit unterschiedlich schmecken können, hängt mit den Vorgaben der jeweiligen Kunden zusammen”, erklärte Koßdorff. Andere Länder, andere Geschmäcker: Besonders bei der Würze und Süße haben die Käufer oft sehr unterschiedliche Vorlieben. “Trotz abgewandelter Rezeptur sind die Produkte aber freilich immer von bester Qualität und richtig gekennzeichnet.”

Die Produkte müssen zudem den gesetzlichen Vorgaben des jeweiligen Staates entsprechen. Die Lebensmittelindustrie betont auch, dass es in manchen Staaten hohe Steuern auf einzelne Zutaten gebe – beispielsweise auf Zucker in Ungarn. “Unveränderte Produkte wären dann für die lokale Bevölkerung nicht mehr leistbar.” Oft greife man lieber zu lokalen Rohstoffen, in Ungarn werde etwa bevorzugt Fructose-Glucose-Sirup eingesetzt. Die Industrie wolle nämlich regionale Produzenten und Bauern unterstützen und zur lokalen Wertschöpfung beitragen.

Diese Produkte würden dann aber ordnungsgemäß gekennzeichnet, man könne nicht von minderer Qualität sprechen. “Der Ruf nach einem EU-Einheitsgeschmack ist wohl dem Wahlkampf in manchen unserer Nachbarländer geschuldet”, meinte Koßdorff.

(APA)

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