Lehrabschluss – Und was nun?

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Zumindest für die ersten drei Monate nach dem Lehrabschluss muss man sich nicht um einen neuen Job sorgen. (Symbolbild)
Zumindest für die ersten drei Monate nach dem Lehrabschluss muss man sich nicht um einen neuen Job sorgen. (Symbolbild) - © Bilderbox
Ist die Lehrzeit vorbei, stellt sich für viele die Frage, ob sie weiter im Betrieb arbeiten oder sich nach einem neuen Arbeitsplatz umsehen wollen. Grundsätzlich gilt, dass der Lehrberechtigte seinen ehemaligen Lehrling mindestens noch drei Monate weiter beschäftigen muss.

Der Lehrling kann hingegen sofort den Arbeitsplatz wechseln – falls er oder sie das will.

Weiterverwendungszeit

Normale Weiterverwendungszeit

Der Lehrberechtigter ist verpflichtet, den ehemaligen Lehrling im Betrieb im erlernten Beruf drei Monate weiter zu verwenden. Voraussetzung dafür ist, dass das Lehrverhältnis durch Zeitablauf (Lehrzeitende laut Lehrvertrag) oder durch die erfolgreich abgelegte Lehrabschlussprüfung (Lehrzeitende = der der Prüfung folgende Sonntag) geendet hat.

Die Weiterverwendungszeit beginnt also unmittelbar nach Ende der Lehrzeit. Unabhängig davon, ob die Lehrabschlussprüfung bereits abgelegt wurde oder nicht bzw. die Prüfung positiv oder negativ absolviert wurde.

Die Weiterverwendungspflicht betrifft ausschließlich den Lehrberechtigten. Der Lehrling kann am Ende der Lehrzeit entscheiden, ob er die Weiterverwendungszeit in Anspruch nimmt oder nicht.

Diese Wahlmöglichkeit entfällt, wenn schon im Lehrvertrag eine Befristung des Arbeitsvertrages für die Dauer der Weiterverwendungszeit abgeschlossen wurde.

Kürzere Weiterverwendungszeit

Wenn vom Lehrling nicht die gesamte Lehrzeit im gleichen Lehrbetrieb zurückgelegt wurde, gilt folgende Regelung:

  • Beträgt die beim letzten Lehrberechtigten zurückgelegte Lehrzeit die Hälfte oder weniger als die halbe Lehrzeit, so steht dem Lehrling auch nur die halbe Weiterverwendungszeit (1,5 Monate) zu.

Längere Weiterverwendungszeit

Durch Bestimmungen in den Kollektivverträgen kann die Dauer der Weiterverwendungszeit auch mehr als drei Monate betragen. So legen zum Beispiel der Kollektivvertrag Metallgewerbe und Metallindustrie die Dauer der Weiterverwendungspflicht mit sechs Monaten fest. In manchen Kollektivverträgen wird auch geregelt, dass das Ende der Weiterverwendungszeit auf den Monatsletzten zu erstrecken ist.

Erlassung der Weiterverwendungspflicht, Bewilligung zur Kündigung

Die Weiterverwendungspflicht kann einem Lehrberechtigten erlassen werden oder die Bewilligung zu Kündigung vor Ablauf der Behaltezeit erteilt werden, wenn erhebliche wirtschaftliche Gründe vorliegen und der Lehrberechtigte diese Erlassung bzw. Bewilligung zeitgerecht beantragt hat.

Dieser Antrag ist bei der Wirtschaftskammer einzubringen, diese muss im Einvernehmen mit der Arbeiterkammer innerhalb von 14 Tagen entscheiden.

Entscheidet die Wirtschaftskammer nicht fristgerecht oder kommt es zu keinem Einvernehmen zwischen den Interessensvertretungen, so muss die Bezirksverwaltungsbehörde nach nochmaliger Anhörung von Wirtschafts- und Arbeiterkammer die endgültige Entscheidung treffen.

Wichtig:

  • Eine berechtigte vorzeitige Auflösung des Arbeitsvertrages während der Weiterverwendungszeit (Entlassung, vorzeitiger Austritt) oder eine einvernehmliche Lösung ist natürlich möglich.
  • Wurde keine Befristung für die Behaltezeit abgeschlossen, kann der Dienstnehmer das Dienstverhältnis auch durch Kündigung auflösen (Kündigungsfristen- und Termine beachten).
  • Außerdem wird der Ablauf der Weiterverwendungszeit gehemmt, wenn in diesem Zeitraum der Arbeitnehmer den Präsenz-, Ausbildungs- oder Zivildienst bzw. die Arbeitnehmerin den Ausbildungsdienst antritt. Dies bedeutet, dass sich nach dem Präsenz-, Ausbildungs- oder Zivildienst die nicht verbrauchte Weiterverwendungszeit als wiederum kündigungsgeschützte Zeit anschließt.
  • Obig angeführte Bestimmungen gelten auch für Lehrlinge im Rahmen der Integrativen Berufsausbildung.

In unserer Lehrlingsoffensive informieren wir euch über alle wichtigen Aspekte rund um Lehrstellen in Salzburg.

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