Lehrer orten zu wenig Zeit für politische Bildung

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Wenig Zeit für Politik in der Schule
Wenig Zeit für Politik in der Schule
Rund die Hälfte der Lehrer an den Volksschulen und der Sekundarstufe I (Hauptschulen, Neue Mittelschulen, AHS-Unterstufe) in Wien hat nach eigenen Angaben wegen des umfassenden sonstigen Lehrplans keine Zeit für die Vermittlung von politischer Bildung. Das zeigt eine im Auftrag der Pädagogischen Hochschule (PH) Wien und der Arbeiterkammer (AK) erstellte Sora-Studie.


An der Erhebung, die am Donnerstagnachmittag präsentiert wird, haben 476 Lehrer teilgenommen, davon 201 Volksschulpädagogen und 275 Lehrer der Sekundarstufe I. Politische Bildung ist kein eigenes Unterrichtsfach, sondern seit Ende der 1970er Jahre ein sogenanntes Unterrichtsprinzip in allen Gegenständen, Schultypen und Schulstufen. In den Hauptschulen/Neuen Mittelschulen/AHS-Unterstufen soll sie außerdem Teil des Fachs Geschichte und Sozialkunde/Politische Bildung sein.

Ein Drittel der Pädagogen gab an, dass ihm die nötige Ausbildung in Sachen Politischer Bildung fehlt. Dementsprechend äußerten die Befragten den Wunsch nach mehr Unterrichtszeit für Politische Bildung und mehr Fort- und Weiterbildung in dem Bereich. Allerdings hat nur ein kleiner Bruchteil der Lehrer die bestehenden Angebote dafür genutzt.

Die konkrete Ausgestaltung des Unterrichtsprinzips ist von den Lehrern oft selbstgestrickt: Mehr als die Hälfte der Lehrer in der Sekundarstufe I verlässt sich bei der Unterrichtsvorbereitung vor allem auf eigene Ideen bzw. selbstgestaltetes Material, etwas weniger als die Hälfte setzt auf Medien wie Zeitungen, Zeitschriften und Fernsehen, nur ein Drittel auf anerkannte Schulbücher.

Das Unterrichtsprinzip selbst wird an den Schulen offenbar durchaus gelebt: Sogar in der Volksschule gibt jeder dritte Lehrer an, Politische Bildung häufig zu unterrichten. Weitere zwei Fünftel tun das manchmal. Ängste und Befürchtungen der Lehrer rund um Politische Bildung gibt es zwar, diese werden aber von einem eher kleineren Teil der Pädagogen geäußert: 17 Prozent der Volksschullehrer befürchten, dass es unmöglich sei, politische Bildung objektiv zu gestalten, ein Viertel hält sie für zu kompliziert und jeweils etwas mehr als ein Drittel hält die Kinder für zu jung bzw. hat Angst, dass es als Parteiwerbung in der Schule genützt werden könnte.

Die Arbeiterkammer fordert die rasche Umsetzung der im Regierungsprogramm angekündigten Pflichtmodule “Politische Bildung” im Geschichtsunterricht ab der Mittelstufe. Langfristig müsse es auch ein eigenes Fach geben. Für PH-Rektorin Ruth Petz zeigt die Studie, dass die Politische Bildung in den diversen Lehramtsstudien weiter verstärkt werden müsse.

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