Lehrlingsausbildung: So findet man die passenden Lehrlinge

Von Bernadette Mauracher
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Heute zählen nicht mehr nur die Schulnoten, heute wird individuell ausgesucht.
Heute zählen nicht mehr nur die Schulnoten, heute wird individuell ausgesucht. - © Bilderbox
Damit eine gleichbleibende Qualität der Produkte garantiert wird, legen viele Betriebe Wert darauf, ihre Facharbeiter selbst auszubilden und die Lehrlinge nach ihrer Lehrzeit in den Betrieb zu übernehmen. Was kann gemacht werden, um zum einen die passenden Lehrlinge zu finden, zum anderen, diese optimal zu fördern?




In Salzburg gab es im Jahr 2015 8.467 größtenteils Jugendliche, die in einem der 13.000 Salzburger Betrieben in einem Lehrverhältnis standen, das ist im Gegensatz zum Jahr 2014 ein Abwärtstrend von 5 Prozent. Etwa 3.000 Mädchen lassen sich derzeit über eine Lehre zu einem Beruf ausbilden. Die Hälfte davon in klassischen Frauenberufen. Die beliebtesten Branchen sind Gewerbe und Handel, sowie Tourismus.

Finanzielle Unterstützung für Betriebe

Damit die Lehrlingsausbildung für die ausbildenden Betriebe kein finanzielles Fiasko wird, steht ihnen eine große Auswahl an Förderungen zur Verfügung. Wie beim 65. Personalmanagementforum am Dienstag erläutert wurde, werden diese Förderungen jedoch zu wenig in Anspruch genommen. Neben einer Basisförderung besteht für die Betriebe die Möglichkeit, um weitere Förderungen anzusuchen. Finanzielle Unterstützung wird auch bei der Lehre für Erwachsene gewährt. Damit die Qualität der Lehrlingsausbildung einen besonderen Stellenwert bekommt, gibt es auch hier ein großes Angebot an Förderungen, Details dazu auf der Homepage der Wirtschaftskammer Österreich (WKO).

  • Maßnahmen für Lehrlinge mit Lernschwierigkeiten
  • Auslandspraktikumg
  • Aus- und Weiterbildung der Lehrlinge
  • Weiterbildung der Ausbilder
  • Ausgezeichnete und gute Lehrabschlussprüfungen
  • Gleichmäßiger Zugang von jungen Frauen und Männern zu den verschiedenen Lehrberufen
  • Programm Lehre statt Leere: Lehrbetriebscoaching + Lehrlingcoaching
  • Förderung von Vorbereitungskursen auf die Lehrabschlussprüfung
  • Kostenfreier Antritt zur Lehrabschlussprüfung, nach einer negativen Prüfung
  • Förderung der Teilnahme an Berufswettbewerben

Recruting neu gestalten

Betriebe lassen sich viel einfallen, von Lehrlingstagen bis hin zum Lehrlingscasting, damit sie die optimalen Lehrlinge für ihre Betriebe finden und diese während ihrer Lehrzeit unterstützen.

So findet man die passenden Lehrlinge

Ein sehr spannendes Feld für Betriebe ist die Lehrlingsausbildung und allem voran das Finden der passenden Lehrlinge. Besonders interessant für Jugendliche kann ein Lehrlingstag sein, wie ihn etwa das W&H Dentalwerk in Bürmoos jährlich anbietet. Dabei wird der Betrieb den Jugendlichen und ihren Eltern nicht von der Chefetage vorgestellt, sondern direkt von den Lehrlingen. Es gibt praktische Übungen, an denen die Interessierten tüfteln und ihr Können zeigen können. Ein weiteres erprobtes Mittel in vielen Firmen ist ein Aufnahmetest, bei dem die benötigten Fertigkeiten abgeprüft werden. Weiterführend ist ein persönliches Vorstellungsgespräch von Nöten, um die gegenseitigen Erwartungen abzuklären.

Lehrlinge motivieren

Sind erstmal die richtigen Kandidaten ausgewählt, ist es sinnvoll sie mit gewissen „Zuckerln“ bei der Stange zu halten. Moralische Unterstützung, Lob und ehrliche Anerkennung für gute Erfolge in der Arbeit und der Berufsschule, interne Fortbildungen und Teambildung sind wesentlich für eine gute Zusammenarbeite zwischen Ausbildnern und Lehrlingen. Zusätzlich spornen Wettbewerbe die Motivation an. Ebenso wichtig ist aber auch die soziale und gesellschaftliche Verantwortung einer Firma für ihre Schützlinge.

Interesse von klein auf wecken

Aber oft reicht es nicht aus, das Interesse erst im jugendlichen Alter zu wecken. Viele Fertigkeiten und Grundlagen entwickeln sich schon im Kindesalter. Kinder sind von Natur aus neugierig, aus diesem Grund hat die Industriellenvereinigung Salzburg das Spürnasenecke-Projekt ins Leben gerufen. Hier werden Kindergärten mit kindgerechten Forschungslaboren ausgestattet und die Kinder können nach Lust und Laune experimentieren. Weiters ist es wichtig als Betrieb den Kontakt zu den Schulen in der Umgebung zu halten. In Volksschulen, Neue Mittelschulen und Polytechnische Lehrgänge können die Kinder und Jugendlichen neugierig auf künftige Arbeitsfelder gemacht werden.

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