10. Mai 2011 07:57; Akt.: 10.05.2011 07:57

Leserbrief: Die 380-kV-Salzburgleitung - eine Schmierenkomödie!

Eine 380-kV-Leitung für Eugendorf. Eine 380-kV-Leitung für Eugendorf. - © Bilderbox
In den letzten Tagen hat die Berichterstattung über „neue“ Varianten der 380-kV-Salzburgleitung wieder deutlich zugenommen und so wurde für den Bereich Eugendorf nun eine West-Variante als fixe Trasse präsentiert. Es ist wirklich erstaunlich wie leicht sich ein großer Teil unserer handlungsunwilligen Politiker mit ihren inhaltsleeren Lippenbekenntnissen von den gewinnmaximierenden Großkonzernen (in diesem Fall der Verbund/APG) [...]

In den letzten Tagen hat die Berichterstattung über „neue“ Varianten der 380-kV-Salzburgleitung wieder deutlich zugenommen und so wurde für den Bereich Eugendorf nun eine West-Variante als fixe Trasse präsentiert.

Es ist wirklich erstaunlich wie leicht sich ein großer Teil unserer handlungsunwilligen Politiker mit ihren inhaltsleeren Lippenbekenntnissen von den gewinnmaximierenden Großkonzernen (in diesem Fall der Verbund/APG) instrumentalisieren lassen.

Entgegen aller Beteuerungen werden nämlich durch die rücksichtlose Planung, verbunden mit dem Festhalten an der Freileitung, Existenzen ganzer Familien ruiniert. Man nehme nur ein Beispiel: eine junge Familie erwirbt sich fernab von bestehenden 220-kV-Stromleitungen ein Grundstück mit Einfamilienhaus - in der Regel finanziert mittels Bankkredit. Wenige Jahre später, der Kredit ist natürlich noch am Laufen, setzt der Verbund/APG eine 380-kV-Leitung vor die Türe. Wie wird sich das wohl auf den Preis der Immobilie auswirken? Man finanziert den hohen ursprünglichen Wert des Kreditbetrages - das Grundstück inkl. Haus ist aber auf Grund der Leitung nur mehr einen Bruchteil davon wert.

Umgekehrt werden die oftmals deutlich günstigeren und mit entsprechenden Dienstbarkeiten erworbenen Grundstücke an bestehenden 220-kV-Stromleitungen über Nacht aufgewertet. Abgesehen von den finanziellen Aspekten sind noch die Gesundheitsschäden und optischen Beeinträchtigungen ins Kalkül zu ziehen. Es zählen für den Verbund/APG auch keine Kindergärten oder Volksschulen. Wie kann das möglich sein? Das Losungswort: Gewinnmaximierung.

Auch Außenstehende und nicht von der aktuellen 380-kV-Leitung betroffene Personen sollten sich nun fragen, ob nicht die Möglichkeit besteht, dass demnächst schon neben dem eigenen Grund eine Schnellstraße, eine Stromleitung oder ähnliches gebaut wird. Der Kreativität aus Politik und Wirtschaft sind hier, wie an der 380-kV-Salzburgleitung offensichtlich wird, keine Grenzen gesetzt. Ein Albtraum aus dem viele erst zu spät erwachen werden.

Zum Abschluss sollte noch erwähnt werden, dass trotz Stand der Technik und nachweisbarer Machbarkeit von Erdkabellösungen in Ländern wie der Schweiz, Deutschland, Holland, England usw. (viele Medien berichteten dazu in den letzten Tagen) vom Verbund/APG eine solche Lösung weiterhin kategorisch ausgeschlossen wird.

Auf eines kann sich der Verbund jedoch schon jetzt einstellen: eine Flut an Klagen der vielen Betroffenen und die Unterstützung dieser durch viele, viele Unbeteiligte, welche sich eine solche Vorgehensweise ebenfalls nicht bieten lassen werden.

Mag. Michael Bacher
5023 Salzburg


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