Lesungen zum 100. Todestag von Georg Trakl

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Am 3. November jährt sich der Todestag des Dichters Georg Trakl zum 100. Mal. Aus diesem Anlass finden einige Gedenkveranstaltungen statt. So wird am Vorabend in seiner Geburtsstadt Salzburg der Monolog “mutter.TRAKL” uraufgeführt und am Montag ein Denkmal im Unipark enthüllt. In Wien wird im Haus Wittgenstein ein Gedenkabend abgehalten, im Burg-Kasino liest Markus Meyer am 8.11. aus Trakls Werk.


Georg Trakl gilt als einer der wichtigsten Lyriker des 20. Jahrhunderts und einer der zentralen Vertreter des österreichischen Expressionismus. Er wurde am 3. Februar 1887 als fünftes von sieben Kindern eines Salzburger Eisenwarenhändlers geboren. Nach der Schulzeit begann er eine Ausbildung zum Apotheker sowie ein Pharmaziestudium in Wien.

Bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs meldete er sich freiwillig und musste als Militärapotheker in einer Sanitätskolonne an der galizischen Ostfront entsetzliches Leid infolge von mangelndem Personal und fehlenden Medikamenten weitgehend tatenlos mitansehen. Nach diesen traumatischen Eindrücken erlitt er einen Nervenzusammenbruch, trug sich mit Selbstmordgedanken und wurde zur Beobachtung in das Krakauer Militärlazarett eingeliefert. Hier entstand sein eindrucksvolles Gedicht “Grodek”, hier starb er am 3. November 1914 infolge einer Überdosis Kokain.

Seine bereits frühe Drogenabhängigkeit sowie seine enge, möglicherweise auch inzestuöse Beziehung zu seiner viereinhalb Jahre jüngeren Schwester Margarethe zeichneten auch das Bild eines melancholischen, introvertierten, tief unglücklichen Menschen, das sich die Nachwelt von dem Dichter machte. Nach erfolglosen Theaterstücken und ersten Gedicht-Veröffentlichungen 1908/09 führte die Unterstützung durch den einflussreichen Mäzen Ludwig von Ficker, der Trakl auch noch kurz vor dessen Tod in Krakau besuchte, zur regelmäßigen Publikation von Gedichten in der Zeitschrift “Der Brenner” und zu dem ersten Gedichtband “Der jüngste Tag” (1913). Sein zweiter Lyrikband “Sebastian im Traum” erschien bereits posthum. Sein Grab befindet sich auf einem Friedhof in Innsbruck.

Trakl prägte mit seinen düsteren und symbolistischen Gedichten wie “Verfall”, “In den Nachmittag geflüstert”, “Gesang des Abgeschiedenen” oder “Grodek” Generationen von Schriftstellern, sei es durch Vorbildwirkung, sei es durch Abgrenzung. “Wenige Autoren, die nicht von den Gedichten und dem Leben dieses vor hundert Jahren verstorbenen Dichters fasziniert gewesen wären”, schreiben die Herausgeber einer “Umfrage über Georg Trakl”, die von der Literaturzeitschrift “Literatur und Kritik” veranstaltet wurde, “wenige, die auf ihrem Weg zur künstlerischen Eigenständigkeit nicht irgendwann der ersten Faszination durch Trakl auch wieder entsagt hätten.”

In den vergangenen Monaten sind auch zahlreiche neue Publikationen zu Leben und Werk erschienen, darunter Rüdiger Görners Buch “Georg Trakl. Dichter im Jahrzehnt der Extreme” oder eine Neuauflage der Trakl-Biografie von Hans Weichselbaum, Leiter der Georg-Trakl-Forschungs- und Gedenkstätte, im Otto Müller Verlag.

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