„Lies“: Koranverteiler auch in Salzburg aktiv

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Eine Koranverteilungsaktion in Salzburg.
Eine Koranverteilungsaktion in Salzburg. - © Lies Salzburg/Facebook/Screenshot
Am Salzburger Hauptbahnhof fanden in jüngerer Vergangenheit Koranverteilungen von „Lies Salzburg“ statt. Das an sich ist nicht verboten. Doch der dahinterstehende Verein „Die wahre Religion“ gilt als gefährlich und wurde in Deutschland verboten. 

Die Aktion „Lies“ sorgt immer wieder mit Koranverteilungen für Aufsehen. Religiöse Schriften zu verteilen ist nicht verboten. Es ist eher der Verein, der dahinter steht, den Kriminalisten genau im Blick haben. In Deutschland ging die Polizei am Dienstag mit Großrazzien gegen „Die wahre Religion“ vor. Über den Verein und Koranverteilungen sollen zahlreiche Jihadisten angeworben worden sein, er wurde schließlich verboten. Auch am Salzburger Hauptbahnhof ist „Lies“ aktiv, wie der salzburg.orf.at berichtete. Allerdings bisher ohne Konsequenzen.

Korane in Salzburg verteilt: Keine Straftat

„Solche Ausprägungen wie in Deutschland gibt es bei uns nicht“, sagte Polizeisprecherin Valerie Hillebrand im Gespräch mit SALZBURG24. Fotos auf der Facebook-Seite von „Lies Salzburg“ zeigen etwa, wie die heilige Schrift der Muslime am Hauptbahnhof in Salzburg verteilt wird. Laut Salzburgs Vize-Bürgermeisterin Anja Hagenauer würden sich deswegen immer wieder beunruhigte Bürger an die Stadt wenden. Konkrete Straftaten sind in Salzburg aber noch nicht festgestellt worden. Das Verteilen religiöser Schriften an sich sei nicht strafbar, sagte Innenministeriumssprecher Karl-Heinz Grundböck.

Lies Salzburg” war für SALZBURG24 über die auf der Facebook-Seite angegebene Nummer nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Als Homepage ist www.diewahrereligion.de des in Deutschland verbotenen Vereins angegeben. Die Seite ist mittlerweile nicht mehr erreichbar.

Verteilaktionen kein neues Phänomen

Neu sei das Phänomen in Salzburg nicht, sagte Hagenauer im Gespräch mit SALZBURG24. Schon vor zwei Jahren habe sie darauf hingewiesen. Auch sie hat nichts gegen das Koranverteilen an sich, es geht ihr um die Leute, die dahinter stehen. „Ich brauche mir nur deren Youtube-Videos ansehen. Dann sehe ich, dass das keine Häkelrunde ist“, so die Vizebürgermeisterin. Sie habe einen Workshop für Jugendarbeiter, Lehrer und Co ins Leben gerufen, um in der Extremismus-Thematik zu sensibilisieren. Dazu spricht sie sich für eine Bildungspflicht auch für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (UMF) aus. Den Kids sei langweilig, „da besteht die Gefahr, dass sie sich extremistischen Bewegungen anschließen.”

Bei der FPÖ will man dagegen woanders ansetzen: Sie fordern ein generelles Verbot der Koranverteilungen, wie Klubobmann Andreas Reindl mitteilte. “Der Staat darf islamischen Terrorgruppen keine Bühne bieten. Es ist daher ein Gebot der Stunde Koran-Verteilaktionen zu untersagen“.

Verfassungsschutz beobachtet Koranverteiler

Die Verteilaktionen werden vom Verfassungsschutz “aufmerksam beobachtet”. “Strafbare Handlungen in direktem Zusammenhang mit den Verteilaktionen sind in Österreich nicht festgestellt worden, meinte Grundböck weiter. Ob der Verein in Österreich verboten wird, müsse man dazu erst “auf Grundlage der österreichischen Rechtslage” beurteilen.

Hier lest ihr, wer hinter “Lies” und “Die wahre Religion” steckt.

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