Literaturnobelpreis 2014 – es wird spannend

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Auch Haruki Murakami zählt zu den Favoriten
Auch Haruki Murakami zählt zu den Favoriten
Gespannt blickt die Welt am Donnerstag nach Stockholm, wo gegen 13 Uhr der Literaturnobelpreisträger 2014 verkündet wird. Beim britischen Wettbüro Ladbrokes standen am Mittwoch viele Anwärter auf der Liste: Der Kenianer Ngugi Wa Thiong’o (76) und der Dauerkandidat aus Japan, Haruki Murakami (65), gehörten dort zu den Favoriten – und auch der Österreicher Peter Handke (71) ist auf der Wettliste.


Auch die Weißrussin Swetlana Alexijewitsch (66), der syrisch-libanesische Dichter Adonis (84), der albanische Schriftsteller Ismail Kadare (78), der Franzose Patrick Modiano (69), der norwegische Dramatiker Jon Fosse (55), der Amerikaner Philip Roth (81) sowie die Algerierin Assia Djebar (78) haben laut den Kunden des Wettbüros gute Chancen. Auf dieser Wettliste waren die späteren Preisträger in den vergangenen Jahren öfter weit vorne gehandelt worden. Sie verändert sich oft noch bis kurz vor der Verkündung, die im Internet live unterverfolgt werden kann.

Der oder die Geehrte bekommt 8 Millionen Schwedische Kronen (rund 880.000 Euro). Die feierliche Verleihung findet am 10. Dezember in Stockholm statt. Im vergangenen Jahr erhielt die Kanadierin Alice Munro (83) den begehrtesten Literaturpreis der Welt.

Die Stockholmer Jury könnte an diesem Donnerstag eine Weltpremiere verkünden. Bekäme nach Munro wieder eine Frau die Auszeichnung, wäre es das erste Mal, dass zwei weibliche Preisträger aufeinanderfolgten. Seit 1901 wurden überhaupt erst 13 Frauen geehrt. Falls nach Munro sogar wieder eine Nordamerikanerin gekürt würde, wie etwa die US-Autorin Joyce Carol Oates (76), wäre das eine echte Sensation. Auch mit der Wahl eines männlichen US-Autors wie Thomas Pynchon (77) oder eben Philip Roth (81) könnten die Juroren viele überraschen. Die Möglichkeit eines Außenseiter-Sieges besteht immer.

Der Schwedischen Akademie, deren lebenslange Mitglieder die Auszeichnung vergeben, wird seit langem nachgesagt, Literaten aus den USA zu vernachlässigen. “In letzter Zeit gibt es aus verschiedenen Gründen eine Antipathie gegenüber Amerika”, beklagte der Bestseller-Autor Paul Auster (67) in einem dpa-Interview.

In der Akademie in Stockholm mit regulär 18 Sitzen entscheiden Experten, darunter schwedische Schriftsteller, Linguisten und Historiker, über die Vergabe. Bis Mittwoch hatten Jurys schon die Nobelpreisträger in den Naturwissenschaften bekannt gegeben. Das Geheimnis um den Friedensnobelpreis 2014 lüftet ein Komitee am Freitag im norwegischen Oslo.

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