Donald Trump hält erste Pressekonferenz seit Wahl

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Donald Trum ließ die Menschen lange auf diese Pressekonferenz warten.
Donald Trum ließ die Menschen lange auf diese Pressekonferenz warten. - © APA/AFP/DON EMMERT
Der designierte US-Präsident Trump hält die erste Pressekonferenz seit seiner Wahl im November ab – so lange wie bei ihm mussten die Medien bei keinem seiner Amtsvorgänger darauf warten. Außerdem gab nun auch Trump Russland die Schuld an den Hackerangriffen im Wahlkampf.

Donald Trump will nach seiner Vereidigung unverzüglich mit dem Bau einer Mauer an der Grenze zu Mexiko beginnen, um sein Wahlkampfversprechen umzusetzen. Wie im Wahlkampf angekündigt, werde er Mexiko die Kosten für die Errichtung der Grenzbefestigung aufbürden, sagte Trump bei einer Pressekonferenz am Mittwoch in New York.

Kein Zaun, sondern eine Mauer

Die Zustimmung Mexikos wolle er dabei nicht einholen, sagte Trump. “Ich könnte nun eineinhalb Jahre abwarten, bis wir unsere Verhandlungen mit Mexiko abschließen”, sagte der Rechtspopulist. “Ich will aber nicht warten.” Er fügte hinzu: “Mexiko wird dafür bezahlen – sei es in Form einer Geldleistung oder einer Abgabe.” Mit dem Bau der Mauer will Trump Migranten abwehren. Bei der geplanten Grenzbefestigung werde es sich “nicht um einen Zaun, sondern um eine Mauer” handeln, sagte Trump.

Interessenkollisionen schließt Trump aus

Sein künftiges Kabinett verteidigte Trump gegen Vorwürfe von Interessenkollisionen. “Wir werden eines der besten Kabinette überhaupt haben”, sagte Trump. Insbesondere der künftige Außenminister Rex Tillerson sei brillant, das sagten auch andere über den ehemaligen Präsidenten des weltgrößten Erdölkonzerns ExxonMobil. Er habe smarte Leute gesucht, Interessenkollisionen würden ausgeschlossen. Zur Zukunft der Gesundheitsvorsorge sagte Trump: “Obamacare ist ein komplettes Desaster.”

Die vom scheidenden Präsidenten Barack Obama eingeführte Gesundheitsreform werde abgeschafft und danach ersetzt werden. Wie und womit, sagte Trump nicht. Die Materie sei sehr kompliziert. Man werde etwas viel Besseres schaffen.

Einnahmen sollen an Staat gehen

Einnahmen seiner Firmen, die von ausländischen Regierungen stammen, will Trump spenden. Das kündigte seine Anwältin Sheri Dillon an. Das Geld soll an das US-Finanzministerium und damit an den Staatshaushalt gehen. “Wir versuchen, auch nur den Anschein von Interessenskonflikten zu vermeiden”, sagte Dillon. Sie hatte zuvor angekündigt, dass Trumps Unternehmen künftig von seinen Söhnen Eric und Donald jr. als Treuhänder geführt werden sollen. Trump werde keinerlei Kenntnis über die Geschäfte haben. “Das einzige, was er erfährt, ist das, was er in der Zeitung liest oder im Fernsehen sieht”, sagte Dillon.

Proteste vor Pressekonferenz

Vor dem New Yorker Trump Tower kam es während der Pressekonferenz zu Protesten. Mehrere Gruppen von Demonstranten versammelten sich am Mittwoch vor dem Hochhaus in Manhattan, in dem die Pressekonferenz stattfand, und riefen teils lautstark Anti-Trump-Slogans. Zudem hielten sie Plakate in die Höhe, auf denen unter anderem “Schmeißt Trump in die Tonne” stand. Unter die Dutzenden Demonstranten, Schaulustigen und Journalisten auf der noblen Fifth Avenue waren auch einzelne Trump-Befürworter. Die Polizei hatte den Bereich um den Eingang des Wolkenkratzers allerdings weiträumig abgesperrt und ließ Proteste nur auf der anderen Straßenseite zu.

“Hoffe ich komme mit Putin klar”

“Es war Russland”, sagte Trump am Mittwoch auf eine entsprechende Frage eines Reporters – fügte er aber ein, er sei der Meinung, dass es noch von anderen Ländern Hackerangriffe auf die USA gegeben habe.

Trump hatte sich in den vergangenen Wochen für ein besseres Verhältnis zu Russland ausgesprochen. “Wir werden sehen, was ich für ein Verhältnis zu Russland haben werde”, sagte Trump am Mittwoch. Es sei nicht sicher, wie das aussehen werde. Er hoffe, dass er mit Putin auskommen werde. “Ich hoffe, ich komme mit Putin klar. Kann gut sein, dass nicht.” Das Putin offenbar ihn, Trump, möge, betrachte er “als Vorteil, nicht als Belastung”.

Trump dementiert Verbindungen nach Russland

Gleichzeitig wies der künftige US-Präsident jüngste Vorwürfe in Zusammenhang mit seinen Verbindungen nach Russland scharf zurück. Die Medienberichte darüber seien “Unsinn”, sagte Trump am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in New York. “Ich habe großen Respekt vor der Pressefreiheit”, sagte Trump. Er dankte denjenigen Medien, die mit den Informationen vorsichtig umgegangen seien. Zuvor hatte er US-Medien in ihrer Gesamtheit als “unehrlich” bezeichnet.

(APA)

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