NEOS-Chef Matthias Strolz tritt ab

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Matthias Strolz hat am Montag völlig überraschend seinen Rückzug von der Spitze der NEOS angekündigt. Heute sei der Tag, an dem er als Gründungsvorsitzender der NEOS “die schrittweise, geordnete Übergabe” einleite, sagte Strolz in einer persönlichen Erklärung. Damit sei der Auftrag für eine nächste Wachstumsphase verbunden.

Strolz hatte die NEOS im Oktober 2012 gegründet und im Jahr darauf in den Nationalrat geführt. Voriges Jahr sind die NEOS zum zweiten Mal ins Parlament eingezogen. Der Rückzug ist auch deshalb überraschend, weil die NEOS heuer in drei von vier Landtagswahlen erfolgreich waren und in Salzburg sogar vor dem Einzug in die Landesregierung stehen.

Strolz: “Folge dem Ruf meines Herzens”

“Ich folge dem Ruf meines Herzens.” Mit diesen Worten begründete NEOS-Chef Matthias Strolz seinen Abschied aus der Politik. Er wird bis Ende Juni den Parteivorsitz abgeben und bis zum Herbst die Führung des Parlamentsklubs in neue Hände legen. Danach wird er aus dem Nationalrat ausscheiden und sich völlig aus der Politik zurückziehen. Über seine Zukunftspläne verriet er bei seiner Erklärung wenig.

Seine Zukunft sei offen. Er habe “einige Buchprojekte im Kopf”. Strolz begründet seinen Rückzug einerseits sehr persönlich “mit dem Ruf des Herzens” und anderseits damit, dass die “Pionier- und Aufbauphase” der NEOS abgeschlossen sei. “Das war meine Berufung.” Er wollte so lange Führungsverantwortung übernehmen, bis die Bewegung “tragfähig und stabil ist”. “Das Leben ist ein konstanter Fluss. Wenn die Zeit reif ist, ist es wichtig, Verantwortung abzugeben.” Die nächste Etappe der Partei solle “von einer neuen frischen Führung” übernommen werden. Und “wir NEOS haben noch vieles vor. Wir wollen bis 2020/2030 eine 20-Prozent-Kraft werden. Wir wollen eine Million Menschen hinter uns versammeln. Damit das gelingen kann, sind weitere Weichenstellungen wichtig. Ich habe sieben Jahre Aufbauarbeit in den Knochen.”

NEOS als 20-Prozent-Partei

Die NEOS hätten die Aufbauphase erfolgreich absolviert, nun stehe die nächste Wachstumsphase bevor. Das Ziel für die nächsten zehn Jahre sei es, zu einer 20-Prozent-Partei zu wachsen.

“Ich liebe Politik”, sagte Strolz. Und er habe vor sieben Jahren auf den Ruf seines Herzens gehört und mit den NEOS “eine politische Kraft der Mitte” in Österreich etabliert. Am Beginn sei “die Angst größer als die Lust gewesen. Ich wusste, das würde mein Leben und das Leben meiner Lieben völlig auf den Kopf stellen. Aber die Lust ist größer geworden.” Anfang 2012 habe man mit dem Aufbau der Partei begonnen. “Und aus einer Idee ist rasch eine Bewegung geworden.” Vor der Nationalratswahl 2013 “haben sämtliche Fachleute gesagt: ‘Das geht nicht ohne fünf Millionen und Prominente’. Wir hatten kein Geld und keine Promis, aber Entschlossenheit, Kompetenz, Herzblut und gute Laune.”

Pionierphase mit Wahl in Salzburg vorüber

Keiner hätte den NEOS diesen Erfolg in nur sechs Jahren zugetraut, so Strolz. “Mit der Wahl in Salzburg ist unsere Pionierphase, unsere Aufbauphase zum Abschluss gekommen. Wir haben in den letzten sechs Jahren an 30 Wahlen teilgenommen. Ich war immer mitten drinnen und vorne dabei. Vieles ist uns gelungen, einiges nicht, überall ist Luft nach oben. Aber wird sind die schnellst wachsende politische Kraft und das macht uns dankbar”, resümierte Strolz.

“Seit Jahresbeginn habe ich zunehmend Klarheit darüber bekommen, dass 2018 das Jahr meiner Amtsübergabe sein wird. So wie mich mein Herz in die Aufgabe einer Parteigründung gerufen hat, so sagt mir die Stimme meines Herzen nun, dass jetzt der richtige Zeitpunkt ist, die Führungsverantwortung zu übergeben.”

“Ich bin nicht Passagier, ich bin der Pilot meines Lebens”, so Strolz. Seine Zukunft sei offen, “und ich will es offen halten”. “Ich werde ein Feld weiterziehen. Wie das Feld heißt, weiß ich nicht. (…) Ich freue mich auf die neue Lebensphase und mehr Zeit für meine Familie und Töchter zu haben”, sagte Strolz und zeigte zwei Glücksbringer, die ihm zwei seiner drei Töchter heute mitgegeben haben.

Am Ende seiner Erklärung bedankte sich Strolz sichtlich gerührt unter Tränen, “dass mir das Leben diese Aufgabe mit auf dem Weg gegeben hat”. “Viel Glück und auf ein Wiedersehen.”

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