Strache hofft bei Schlusskundgebung auf “Überraschung”

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FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache hat bei der Schlusskundgebung seiner Partei Freitagabend auf dem Viktor-Adler-Platz in Wien-Favoriten noch einmal einen freiheitlichen Wahlerfolg beschworen. “Vielleicht gelingt es uns sogar, gemeinsam die Überraschung zu schaffen”, sagte Strache.

Wie im gesamten Wahlkampf vermied es Strache jedoch, Platz eins als Ziel in den Mund zu nehmen oder gar die eigene Kanzler-Ambition hervor zu streichen.

Strache: “Sollte besser gleich Glaskugel nehmen”

Der FPÖ-Spitzenkandidat richtete gleichzeitig einen Appell an seine Sympathisanten, den Umfragen der letzten Wochen und Monate nicht zu glauben. Er sprach von den “sogenannten Experten”, die diese in Umlauf bringen würden. “Da soll man besser gleich eine Glaskugel nehmen”, so der FPÖ-Bundesparteichef.

SPÖ-Chef gegen Ende der Rede emotional

“Ihr seid stark. Lasst euch nicht einreden, dass ihr schwach seid und eh nix ändern könnt”, meinte Strache zu seinem Publikum. Es sei “nicht Gott gewollt”, dass SPÖ und ÖVP ewig weiterregieren. “Ich danke euch und bin stolz auf euch. Ich werde euch dienen, wo auch immer ihr mich hinstellen werdet”, wurde der FPÖ-Chef erst am Ende seiner ansonsten eher ruhig angelegten, rund einstündigen Rede emotional.

Fahnen werden zu Bundeshymne geschwenkt

Dann holte er noch seine Ehefrau Philippa auf die Bühne – “Ich bin dankbar, so einen Menschen gefunden zu haben. Sie muss mich aushalten. Sie ist die starke Schulter, an die ich mich anlehnen kann” – und küsste sie langanhaltend. Schließlich ertönte noch die Bundeshymne und zu guter Letzt die “Parteihymne” “Immer wieder Österreich”, wie immer dargeboten von der “John Otti Band”. “HC”-Schals, Fahnen, Konfetti und Luftballons rundeten das freiheitliche Stimmungsbild ab.

Wahlkampfpalette im Schnelldurchlauf

Inhaltlich hatte Strache zuvor in seiner Rede noch einmal die gesamte, auf seiner “Fairness-Tour” präsentierte Wahlkampf-Palette abgespult. Vom “Proporzkleber”, der Rot und Schwarz zusammenhalte, bis zur “Raubritterregierung”, von der “Bonzenschutzmauer” rund um das Bundeskanzleramt bis hin zum “rot-schwarzen Verwaltungsspeck” durfte kein freiheitlicher Wahlkampf-Kalauer fehlen. Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) wurde einmal mehr die Silberstein-Causa vorgehalten, die auch zeige, dass “Turbokapitalisten” am Ohr des SPÖ-Chef zugegen seien.

Strache: Kurz als “Schaufensterpuppe”

ÖVP-Chef Sebastian Kurz wurde vor allem mit seiner Haltung in der Migrations- und Flüchtlingspolitik aus dem Jahr 2015 konfrontiert. Damals sei der Außenminister “mutlos” gewesen und habe ihn, Strache, nicht in seiner Haltung unterstützt. Davon abgesehen sei Kurz ohnehin nur eine “Schaufensterpuppe”, aus deren neuer Bewegung weiter das “schwarze Unkraut” wachse.

Strache geißelt “islamistische Parallelgesellschaften”

Den meisten Applaus erntete der FPÖ-Chef, als er die “islamistischen Parallel- und Gegengesellschaften” geißelte und die “christliche Leitkultur” in Österreich beschwor, die in Gefahr sei. Wer nicht akzeptiere, dass etwa weiter Kreuze in den Schulklassen hängen, der solle das Land besser verlassen.

Vielleicht gehe die Entwicklung bald so weit, dass man auch nicht mehr “Sparschwein” sagen dürfe, weil damit muslimische Mitbürger beleidigt würden, so Strache. Darüber hinaus warb Strache erneut für Inhalte des freiheitlichen Wirtschafts- und Arbeitsmarktprogramms. Die unteren und mittleren Einkommen müssten entlastet werden, der soziale Zusammenhalt wiederhergestellt und Unternehmer entlastet werden.

Norbert Hofer: “Vielleicht letzter Nationalratswahlkampf”

Vor dem Parteiobmann hatte sein Vize und Ex-Präsidentschaftskandidat Norbert Hofer gesprochen. Dieser erneuerte seine Absicht, bei der nächsten Präsidentenwahl wieder anzutreten. Dies werde daher “vielleicht mein letzter Nationalratswahlkampf” sein, so Hofer. Der Dritte Nationalratspräsident appellierte auch an die erschienenen ausländischen Medienvertreter, nicht zu glauben, “was man oft über die FPÖ hört”. Man sei “nicht nationalistisch, sondern patriotisch”. “Wir wollen Österreich retten”, so Hofer.

(APA)

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