Polen drängt mit Lohndumping auf den Salzburger Arbeitsmarkt

Polen drängt mit Lohndumping auf den Salzburger Arbeitsmarkt
Eine Firma aus Polen bietet im Salzburger Pongau billige Arbeitskräfte an, sodass heimische Firmen nicht mithalten können. Unter dem Lohndumping leiden vor allem Maurer, Zimmerer, Schlosser und die ehrlichen Unternehmer die unter Konkurrenzdruck geraten.

Polnische Firmen werben mit Billigstangeboten

 

Die polnische Firma versendet verlockende Angebote an heimische Baufirmen: ab 16 Euro sind Arbeiter aus rund 30 Berufen vom Elektriker bis zum Schweißer, zu bekommen. „Unsere Preise sind einschließlich aller Lohn- und Lohnnebenkosten, sowie An- und Abreise,- Unterkunftskosten und allen Sozialleistungen und Sozialabgaben“, heißt es in dem Schreiben der Firma.

 

Laut Gesetzeslage dürfen Arbeitskräfte maximal 24 Monate von einem EU-Land ins andere geschickt werden, damit  die Sozialversicherung in ihrem Heimatland aufrecht bleibt. Bezahlt müssen die Arbeitnehmer aber nach den Regeln werden, die in dem Land herrschen, in dem sie tätig sind. Das heißt für Österreich: ein Baufacharbeiter muss knapp 12 Euro bezahlt bekommen.

 

 

Rechnung kann nicht aufgehen

 

 

Die Rechnung der polnischen Firma mit 16 Euro kann sich also nie ausgehen. Denn selbst wenn der größte Abgabebrocken, die Sozialversicherung nicht anfällt, sind in Österreich Kommunalsteuer und Mittel für den Familienlastausgleich abzuliefern. Außerdem sind der 13. und 14. Monatslohn zu zahlen. Wenn man dann noch bedenkt, dass unter anderem die An- und Abreise von mehr als 2.000 Kilometer finanziert werden muss, wird dem einzelnen Arbeitnehmer wohl kaum der in Österreich übliche Stundensatz bleiben.

 „Nach unseren Gepflogenheiten wird eine Regiestunde jedenfalls mit rund 44 Euro im Schnitt berechnet. Dass es hier um Lohndumping geht,  ist also nahe liegend und genau das bekämpfen wir gemeinsam mit der Gewerkschaft“, sagt Pichler.

 

 

Gesetz gegen Lohn- und Sozialdumping soll beschlossen werden

Deshalb soll nach Überzeugung des AK-Präsidenten rasch ein Entwurf zur Bekämpfung von Lohn- und Sozialdumping beschlossen werden, auf den sich die Sozialpartner jüngst bei einem Treffen in Bad Ischl geeinigt haben. In der Vollversammlung der Salzburger Arbeiterkammer haben zudem die Fraktionen über alle ideologischen Grenzen hinaus einstimmig nach dieser Regelung gerufen. Demnach sollen Unternehmen zu einer Verwaltungsstrafe zwischen 5000 und 50.000 Euro verdonnert werden können, wenn sie ihre Mitarbeiter unter dem Kollektivvertrag bezahlen.

Außerdem fordert Pichler mehr Personal für die Kontrolle illegaler Arbeitnehmerbeschäftigung (KIAB), um auf Baustellen den Lohnbetrügern das Handwerk legen zu können. Solange das noch möglich ist.

Denn ab 1. Mai 2011 beginnt  die so genannte vollständige Arbeitnehmerfreizügigkeit. Dann dürfen alle Tschechen, Ungarn, Esten, Litauer, Letten, Polen, Slowenen und Slowaken in Österreich arbeiten - wenn sie es wollen.

 

 

Pongauer Baumeister warnt vor Billigarbeitskräften

 

 

Der Pongauer Baumeister Johannes Heissenberger kann das nur unterschreiben. Ihm hat die Firma aus Polen ein Billigangebot geschickt. „Solche Vorgangsweisen sind der Ruin für Unternehmen, die ordentlich und sozialverträglich arbeiten. Unternehmen, die mit Stammpersonal und zu Konditionen gemäß KV oder sogar zu noch besseren Bedingungen arbeiten, können diese Preise nicht bieten und unterliegen im Wettbewerb der Billigstbieter!“, sagt der Goldegger Unternehmer.

Leserreporter
Feedback


0Kommentare

Herzlichen Dank für Ihren Kommentar - dieser wird nach einer Prüfung von uns freigeschaltet. Beachten Sie, dass dies gerade an Wochenenden etwas länger dauern kann.

noch 1000 Zeichen