Lorant im Exklusiv-Interview: “400-Meter-Lauf für jedes Gegentor”

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Union Halleins neue Zugpferde: Werner Lorant (li.) und David König.
Union Halleins neue Zugpferde: Werner Lorant (li.) und David König. - © Krugfoto
Nach seiner offiziellen Vorstellung und den ersten Einheiten bei Union Hallein trafen wir den Starcoach zum exklusiven Interview. Wie der strenge Kult-Trainer tickt, was er von seinen Spielern verlangt und was ihm besonders sauer aufstößt, erfahrt ihr hier.




Im SALZBURG24-Interview spricht Werner Lorant über seine Rolle als Heilsbringer, die Wahrscheinlichkeit wieder ins Profi-Geschäft zurückzukehren und die wirtschaftlichen Entwicklungen im Fußball.

SALZBURG24: Vorige Saison hast du Waging am See in letzer Sekunde vor dem Abstieg gerettet. Wie gefällt dir die Rolle als Heilsbringer?

WERNER LORANT: Mir macht das Arbeiten im Amateurfußball einfach Spaß. Mir ist es wichtig, den Spielern zu helfen beziehungsweise zu zeigen was alles möglich ist und was alles in ihnen steckt.

Und warum genau hast du dich für Union Hallein entschieden? Was ist deine Motivation dafür?

Der ausschlaggebende Grund dafür war das Gespräch mit David König (Annm.: sportlicher Leiter). Innerhalb von 15 Minuten hat er mich mit seiner Art überzeugt. Hallein ist ein Traditionsverein, das gefällt mir. Auch die Abwechslung zum Alltag macht das Projekt interessant.

Wie siehst du die momentane wirtschaftliche Entwicklung im Fußball? Traditionsverein oder Retortenklub?

Generell spielt es keine Rolle woher das Geld kommt. Sobald sich der Mäzen nicht in das sportliche einmischt, sehe ich das nicht so eng, wenn ein Verein finanziell unterstützt wird. Im Gegenteil, solche Leute sollte man hegen und pflegen. Bei meinem Ex-Verein 1860 München ist das nichts anderes.

Apropos 1860 – würde es dich wieder reizen, als Trainer in das Profi-Business oder zu deinem Herzensverein zurückzukehren?

Mir reicht es, wenn ich drei bis viermal am Platz stehe. Momentan macht mir die Arbeit mit Amateuren viel Spaß.

Und als Sportmanager?

Die machen ja nichts. Früher habe ich das alles alleine erledigt – da war ich Sportdirektor, Scout und Trainer in einem. Mir müssen ja die Spieler gefallen, nicht irgendeinem Sportdirektor. Zu viele Köche verderben die Suppe!

Sie haben sich als Werner “Beinhart” in ihrer turbulenten Karriere einen Ruf als strengen Trainer gemacht. Wie genau kann man sich ihre Gangart bei Union Hallein vorstellen?

Fußball ist ein Laufsport, das werden die Spieler in der eigentlich zu langen Vorbereitung zu spüren bekommen. Sie müssen marschieren und immer alles geben.

Was stößt ihnen besonders sauer auf?

Wenn sich ein Spieler nach einem Gegentor nicht ärgert, macht mich wahnsinnig. Für jeden erhaltenen Treffer in der Meisterschaft müssen ALLE Spieler einen 400-Meter-Lauf beim darauffolgenden Training absolvieren.

Laufst du da mit?

Nein. Ich habe ja nicht gespielt, aber in der Vorbereitung werde ich bei den Laufeinheiten mit dabei sein.

Machst du einen Unterschied zwischen routinierten und jungen Spielern?

Klar. Die Jungen müssen mehr laufen, wobei die älteren Verantwortung übernehmen und die Youngsters auf dem Feld führen müssen. Ich kann mir nicht 50 Meter über dem Platz die Kehle rausschreien.

Du bist mit deiner neuen Freundin in Waging am See sesshaft. Was macht das Wohnen dort so lebenswert?

Waging ist für mich wie Urlaub. Die Gegend und die Atmosphäre sind einfach großartig.

Und wie steht es mit Salzburg?

Momentan liegt mir zu viel Schnee. Aber ich kenne Salzburg schon, werde es in den wärmeren Monaten noch näher erkunden.

(SALZBURG24/Andonov)

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