Lufthansa-Pilotenstreiks auf Samstag ausgeweitet

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Wieder fallen zahlreiche Flüge aus
Wieder fallen zahlreiche Flüge aus - © APA (dpa)
Die Pilotenvereinigung Cockpit weitet ihren Streik bei der AUA-Konzernmutter Lufthansa bis Samstag aus. Dann seien alle Langstreckenverbindungen betroffen, die von Mitternacht an aus Deutschland abfliegen sollten, teilte die Pilotenvertretung am Donnerstagabend mit. Für Freitag strich die Lufthansa 830 weitere Kurz- und Mittelstreckenverbindungen.

Betroffen sind nahezu ausschließlich die Kurz- und Langstrecken mit rund 100.000 Passagieren. Am Wiener Flughafen fallen am Freitag erneut alle 22 Lufthansa-Flüge aus, in Graz sind es zwei. Insgesamt sind an den drei Streiktagen mehr als 315.000 Passagiere von 2.618 Flugausfällen betroffen.

Bereits am Donnerstag wurden wegen des Streiks 912 Verbindungen gestrichen, am Mittwoch waren es 876 gewesen. Flüge der Billigtöchter Eurowings und Germanwings sowie der Konzerngesellschaften AUA, Swiss, Brussels und Air Dolomiti waren nicht betroffen.

Der Streik der Pilotenvereinigung geht für die Lufthansa mittlerweile ins Geld: Der direkte Schaden aus den ersten beiden Streiktagen belaufe sich für die Airline auf etwa 20 Millionen Euro, sagte Lufthansa-Vorstandsmitglied Harry Hohmeister.

Der Lufthansa-Konzern forderte die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) mit Nachdruck dazu auf, einer Schlichtung zuzustimmen. “Wir sind als Vorstand für mehr als 120.000 Mitarbeiter verantwortlich und wollen Lufthansa zukunftsfähig aufstellen. Das wird mit einer Forderung von 20 Prozent mehr Lohn nicht möglich sein”, sagte Hohmeister einer Mitteilung zufolge.

Im bis Anfang 2014 zurückreichenden Tarifkonflikt hatte Lufthansa den Piloten zuletzt ein Lohnplus von 2,5 Prozent bis Ende 2018 angeboten. Die Vereinigung Cockpit lehnt das ab. Sie verlangt Tariferhöhungen von insgesamt 22 Prozent für die Zeit bis einschließlich April 2017.

Die Forderungen der VC nannte Hohmeister “abstrus” und “völlig unakzeptabel”. Schon jetzt zahle Lufthansa den Piloten mehr als bei anderen Airlines üblich. Es gehe darum, die Fluggesellschaft zukunftsfähig aufzustellen. VC verteidigt das eigene Vorgehen damit, dass das Lufthansa-Management weiter keinerlei Bewegung zeige und kein verhandlungsfähiges Angebot übermittelt habe.

(APA/dpa/ag.)

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