Lufthansa scheiterte mit Klage gegen Pilotenstreik

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Dem Kranich werden die Flügel gestutzt
Dem Kranich werden die Flügel gestutzt
Die deutsche AUA-Mutter Lufthansa ist mit einer Eil-Klage gegen den Pilotenstreik vor Gericht gescheitert. Das Hessische Landesarbeitsgericht habe Montagabend Anträge der Lufthansa gegen die Piloten-Gewerkschaft Vereinigung Cockpit zurückgewiesen, den Streik am 20. und 21. Oktober zu unterlassen, teilte das Gericht am Dienstag mit.


Die Entscheidung erfolgte wegen der Dringlichkeit ohne mündliche Verhandlung. Gegen den Beschluss gibt es kein Rechtsmittel. Zuvor hatte auch die untergeordnete Instanz – das Arbeitsgericht Frankfurt am Main – die Klage abgewiesen. Die Piloten der Fluggesellschaft streiken seit Montagmittag.

Nach dem deutschlandweiten Streik der Lufthansa-Piloten müssen sich Fluggäste der Airline allerdings auf weitere Flugausfälle noch in dieser Woche gefasst machen. “Sollte sich im Tarifkonflikt weiterhin nichts tun, sollte bei der Lufthansa weiter gemauert werden, dann schließen wir weitere Streiks in dieser Woche nicht aus”, sagte Markus Wahl von der Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC).

Um Mitternacht in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch sollten die Arbeitsniederlegungen der Lufthansa-Piloten auf Kurz-, Mittel- und Langstrecken enden. Die Lufthansa hatte an den zwei Streiktagen mehr als 1.500 Flüge gestrichen, etwa 166.000 Passagiere waren betroffen.

Die AUA-Mutter Lufthansa und die Pilotengewerkschaft Cockpit streiten vor allem um die Übergangsversorgung für 5.400 Piloten im Lufthansa-Konzern. Die Fluggesellschaft will, dass ihre Piloten künftig frühestens mit 60 statt wie bisher mit 55 Jahren in den bezahlten Vorruhestand gehen können. Die Pilotengewerkschaft wehrt sich dagegen.

Damit die Gewerkschaft wieder zu Verhandlungen zurückkehrt, forderte VC-Sprecher Wahl, dass sich die Lufthansa bei der Übergangsversorgung für Neu-Piloten bewegen müsse: “Die Lufthansa will die Übergangsversorgung für neu eingestellte Piloten komplett abschaffen – da machen wir nicht mit. Diese Vorbedingung müsste die Lufthansa vom Tisch nehmen, damit wir wieder verhandeln.” Dazu müsse die Lufthansa “ein neues, taugliches Angebot” vorlegen.

Die Lufthansa bekräftigte ihre Verhandlungsbereitschaft. “Wir haben zu allen strittigen Punkten – auch zur Finanzierung des vorzeitigen Ausscheidens neuer Piloten – Gesprächsangebote gemacht und die gelten weiterhin”, sagte ein Lufthansa-Sprecher am Dienstag.

Trotz des bundesweiten Pilotenstreiks blieb ein Chaos an den beiden Lufthansa-Drehkreuzen Frankfurt und München zunächst aus. Am Frankfurter Flughafen war es einer Sprecherin zufolge “sehr ruhig”. Die Lufthansa-Schalter seien besetzt gewesen, gestrandete Fluggäste seien mit Essen und Getränken versorgt worden.

In Frankfurt hatte Europas größte Airline den Langstreckenflugverkehr fast vollständig eingestellt. In München sollten etwa die Hälfte der Flüge starten. Langstreckenflüge von und nach Düsseldorf sollten planmäßig abheben.

Reisebüros klagten über Mehrarbeit und hohe Kosten durch die derzeitige Streikwelle bei Deutscher Bahn und Lufthansa. Vor allem auf Geschäftsreisen spezialisierte Anbieter müssten sich um zahlreiche Umbuchungen und Stornierungen kümmern, teilte der Deutsche Reiseverband am Dienstag mit. Das führe “zu enormen Mehrkosten für die Agenturen, die ihnen keiner erstattet”.

Nach dem Streik der Lokführer und massiven Zugausfällen am Wochenende zeichnete sich in dem anderen großen Tarifkonflikt keine Bewegung ab. Ein neuer Gesprächstermin der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) und der Deutschen Bahn war am Dienstag nicht abzusehen.

Der deutsche Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) warnte angesichts der Streiks bei Lufthansa und Bahn vor schwerwiegenden Auswirkungen auf die deutsche Konjunktur. “Wenn Menschen nicht zur Arbeit kommen und Güter nicht transportiert werden, dann leidet auch die Wirtschaft”, sagte Dobrindt der “Bild”-Zeitung.

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