Im Jahr 2012 wird die Arbeitslosigkeit im Bundesland Salzburg steigen. - © Bilderbox
“Derzeit deuten die Bilder auf einen normalen Konjunkturabschwung, für Salzburg erwarte ich mir einen Anstieg der Arbeitslosigkeit auf 4,7 Prozent”, sagte am Montag der Salzburger AMS-Chef Siegfried Steinlechner bei einem Pressegespräch.
Auch trotz der positiven Entwicklung am Arbeitsmarkt dürfe man nicht vergessen, dass es noch deutlich mehr Arbeitslose gebe als vor der Krise. “Ohne Krise wären 2.500 Menschen mehr in Beschäftigung”, betonte Arbeiterkammer-Präsident Siegfried Pichler. Prekär sei auch der Anstieg an Leiharbeiter, seit 2008 habe sich deren Zahl um über zehn Prozent auf über 4.000 erhöht. Und kritisch merkte er auch an, dass am lange Zeit sehr stabilen Lehrlingsmarkt zuletzt die Zahl der Ausbildungsbetriebe zurückgegangen sei. “Facharbeiter fallen nicht vom Himmel”, so Pichler.
Und dass in Salzburg Fachkräfte bereits Mangelware sind, das untermauerte Wirtschaftskammer-Präsident Julius Schmalz mit Zahlen einer kürzlich durchgeführten Umfrage: Für zwei Drittel der Salzburger Betriebe sei es schwer oder eher schwer, geeignete Mitarbeiter zu finden. Die Wirtschaftskammer startet daher heuer eine mehrjährige Kampagne für die Lehre. So sollen etwa Lehrlingsausbildner in den Betrieben unterstützt werden, wird eine Bildungswegberatung für Schulabbrecher und Maturanten angeboten oder werden Schüler in den 7. und 8. Schulstufen gemeinsam mit dem Landesschulrat über die Fülle an Lehrberufen informiert. Jugendlichen mit Migrationshintergrund wird eine Beratung angeboten, bei der ihre Potenziale erhoben und analysiert werden. (APA)