FWS: Helmut Naderer tritt nicht bei Salzburger Landtagswahl an

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"Man muss der Realität ins Auge sehen, eine Kandidatur hat keinen Sinn", sagte Helmut Naderer.
"Man muss der Realität ins Auge sehen, eine Kandidatur hat keinen Sinn", sagte Helmut Naderer. - © Neumayr/Archiv
Statt neun Parteien werden nur acht bei der Salzburger Landtagswahl am 22. April 2018 kandidieren: LAbg. Helmut Naderer (Freie Wähler Salzburg, FWS), der 2013 für das “Team Stronach für Salzburg” Landtagsabgeordneter wurde, hat seine Kandidatur zurückgezogen.

Meinungsumfragen zufolge hätten die FWS die Fünf-Prozent-Hürde für einen Einzug in den Landtag deutlich verfehlt.

Naderer: “Mann muss der Realität ins Auge sehen”

“Man muss der Realität ins Auge sehen, eine Kandidatur hat keinen Sinn”, sagte Naderer am Freitag zur APA. Das Wahlkampfbudget habe rund 300.000 Euro betragen, es seien davon aber nur rund 20.000 Euro für den bisherigen Wahlkampf ausgegeben worden. Das übrig gebliebene Geld werde er nun für die “Freien Wähler Seekirchen” auf kommunaler Ebene verwenden.

Kein Markt für die FWS

Er wolle keine Realitätsverweigerung wie andere Kleinparteien betreiben, begründete der FWS-Klubobmann gegenüber den “Salzburger Nachrichten” (SN) die Entscheidung, doch nicht zu kandidieren. “Wir haben das Für und Wider abgewogen und festgestellt, dass einfach kein Markt für uns da ist. Den gibt es ja auch nicht für die FPS von Karl Schnell und die SBG von Hans Mayr. Es wäre daher für uns grob fahrlässig, jetzt zur Landtagswahl anzutreten.” Die Einsicht sei daher da, dass man die fünf Prozent ohnehin nicht schaffen werde, meinte Naderer.

Zu viele Fischer am Teich

Dem ORF gab Naderer eine etwas anderslautende Stellungnahme ab: “Wir tun das nicht wegen möglicher Aussichtslosigkeit. Unsere Mitstreiter haben die Situation klar bewertet, wie sie ist. Es wurden die entsprechenden Schlüsse gezogen. Im Teich des rechten Segmentes, wo wir aktiv sind, gibt es sehr viele Fischer. Es gibt insgesamt fünf Parteien in diesem Spektrum. Das sind einfach zu viele Fischer und zu wenig Fische”, so Naderer.

Entschluss bereits letzte Woche gefällt

Der Beschluss, doch nicht zu kandidieren, wurde am vergangenen Samstag, 3. März, bei der Mitgliederversammlung in Henndorf am Wallersee (Flachgau) gefällt, wie Naderer der APA bestätigte. Als Gründe für den Beschluss habe der FWS-Vorstand folgende Punkte angeführt: “Personelle Aderlässe nach dem Abgang von Frank Stronach und den selbstzerstörerischen Handlungen von untreuen Salzburger Proponenten.” Zudem sei es der Wunsch von Stronach gewesen, mit keiner Nachfolgeorganisation des TSS (“Team Stronach für Salzburg”) auf Landesebene zu kandidieren.

Im Vorfeld haben insgesamt neun Parteien ihr Antreten bei der Landtagswahl 2018 angekündigt: ÖVP, SPÖ, Grüne, FPÖ, NEOS, FPS, FWS, SBG und die KPÖ Plus, letztere aber voraussichtlich nicht in allen Bezirken. Naderer hatte noch am Montag gegenüber der APA erklärt, die FWS habe bereits in allen sechs Bezirken die notwendigen Unterschriften für eine Kandidatur beisammen.

Aus “Team Stronach für Salzburg” wird FWS

Der ehemalige FPÖ-Politiker Naderer hat im Sommer 2017 das “Team Stronach für Salzburg” wegen des angekündigten Rückzugs von Frank Stronach in “Freie Wähler Salzburg” (FWS) umbenannt. Er saß seit der Landtagswahl 2013, bei der das “Team Stronach für Salzburg” 8,34 Prozent erzielte, als einer von insgesamt drei Team-Stronach-Abgeordneten im Salzburger Landtag. Nach dem Parteiaustritt der Abgeordneten Otto Konrad und Gabriele Fürhapter sowie des mittlerweile zurückgetretenen Ex-Team-Stronach-Landesrates Hans Mayr (dieser kandidiert nun mit der Liste “Salzburger Bürgergemeinschaft SBG – Hans Mayr”, Anm.) blieb Naderer als Klubobmann einer Ein-Mann-Fraktion übrig.

Die FWS werden sich nun intensiv auf die kommunale Ebene konzentrieren, erklärte der FWS-Vorstand. Es werde eine Neuordnung und Neuorientierung der FWS bis zur nächsten Wahl stattfinden. Angedacht wird eine Kandidatur bei den Kommunalwahlen 2019. Der demokratisch gewählte FWS-Vorstand – Helmut Naderer, Michael Honzak und Dietrich Marius – bleibe in den bisherigen Funktionen im Amt, hieß es. Die Parteienförderung werde satzungsgemäß verwendet, die Klubförderung soll abgerechnet und das restliche Geld dem Land zurückgegeben werden. Die ausstehenden Rechenschaftsberichte für 2017 und 2018 werden noch an den Rechnungshof ausgefolgt, erklärte Naderer.

(APA)

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