Haftfreigang: Was passiert, wenn Häftlinge nicht zurückkommen?

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Einige Häftlinge dürfen regelmäßig die Gefängnismauern hinter sich lassen.
Einige Häftlinge dürfen regelmäßig die Gefängnismauern hinter sich lassen. - © APA/Gindl/Archiv
Häftlinge auf Freigang sind mitunter zu brutalen Taten fähig, wie die Bluttat an einem 64-Jährigen im Vorjahr im Salzburger Stadtteil Taxham belegt. Aber wie viele Freigänger gibt es, wie viele nutzen die Freiheit aus? Wir haben die Fakten für euch.




Der Fall sorgte für Aufsehen: Ein Haftfreigänger kehrte nicht zurück und beging in der Zeit außerhalb der Gefängnismauern eine Bluttat. Er soll im Juni des Vorjahres einen 64-Jährigen in dessen Wohnung im Salzburger Stadtteil Taxham brachial erschlagen haben. Der nicht rechtskräftig Verurteilte, ein 34-jähriger Salzburger, war damals im gelockerten Vollzug. Das bedeutet, es wird davon ausgegangen, dass er diese Freizügigkeit nicht missbraucht. Es gibt zahlreiche Freigänger wie den 34-Jährigen und einige davon kehren von ihren Ausflügen in die Freiheit nicht zurück.

Salzburg: 18 Häftlinge kehrten nicht rechtzeitig zurück

Österreichweit befanden sich mit 1. April 2017 1126 Personen im gelockerten Vollzug, in Salzburg waren es 41. Das geht aus einer parlamentarischen Anfrage im Vorjahr an den damaligen Justizminister Wolfgang Brandstetter (ÖVP) hervor, aktuellere Zahlen liegen nicht vor.

In ganz Österreich gab es zwischen Anfang 2015 und April 2017 249 Fälle, bei denen Häftlinge nicht von einem befristeten Freigang oder einem Ausgang zur Arbeit zurückgekehrt sind. In Salzburg gab es in diesem Zeitraum 18 solcher Fälle (wie viele es mit dem Stichtag 1. April 2017 waren, geht aus den Daten des Justizministeriums nicht hervor; auch Zahlen für Februar 2018 liegen nicht vor, Anm.).

Wie flüchtige Haftfreigänger wieder gefasst werden

Kehrt ein Freigänger nicht rechtzeitig in die Haft zurück, werde aktiv nach ihm gefahndet, sagt eine Polizeisprecherin gegenüber SALZBURG24. In der Regel seien die Freigänger amtsbekannt und man kenne die Plätze, wo sie sich aufhalten. Daher sei die Fahndung meist erfolgreich, meint die Sprecherin weiter. Die Zahlen des Justizministeriums geben ihr weitgehend recht: 14 der 18 nicht zurückgekehrten Freigänger wurden bei einer Fahndung aufgegriffen, drei kehrten freiwillig zurück. Bleibt ein Freigänger, der mit Stichtag 1. April 2017 auf der Flucht war. Dabei dürfte es sich um den späteren Täter von Taxham gehandelt haben, der im März 2017 nach einem Freigang nicht in die Justizanstalt Puch-Urstein zurückkehrte.

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