Integrationsplattform: Muttersprachlicher Unterricht soll zu besserem Deutsch führen

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Maria-Amancay Jenny, Murat Özdemir und Sumeeta Hasenbichler präsentieren die Pläne der Integrationsplattform.
Maria-Amancay Jenny, Murat Özdemir und Sumeeta Hasenbichler präsentieren die Pläne der Integrationsplattform. - © Integrationsplattform
Sprachunterricht in der Muttersprache von Kindern mit Migrationshintergrund gibt es in Volksschulen und Neuen Mittelschulen als unverbindliche Übung bereits jetzt. Die Integrationsplattform Salzburg will sich dafür einsetzen, dass das Angebot mehr angenommen wird: Als Grundlage um richtig Deutsch zu lernen.

In Salzburg werden viele verschiedene Sprachen gesprochen: Menschen aus 150 verschiedenen Ländern leben im Bundesland. 21 Prozent der Schüler haben neben Deutsch eine andere Umgangssprache, in der Stadt Salzburg ist es fast die Hälfte. Die Integrationsplattform Salzburg will, dass die nichtdeutschen Muttersprachen in den Volksschulen und den Neuen Mittelschulen (NMS) besser gefördert werden. Murat Özdemir, der Vorsitzende der Integrationsplattform, sieht darin eine wesentliche Grundlage, um gut Deutsch zu lernen, wie er im Gespräch mit SALZBURG24 erklärt.

Was die Muttersprache fürs Deutschlernen bedeutet

„In der Praxis sieht man, dass Kinder zwischen den Sprachen wechseln, weil ihnen jeweils der Wortschatz fehlt“, so Özdemir. In anderen Worten: Man muss in seiner Muttersprache, etwa türkisch, richtig sattelfest werden, um Deutsch auf gleichem Niveau lernen zu können. Und umgekehrt: Erlernt man die Familiensprache nur mit schmalem Wortschatz und schwacher Grammatik, kann man auf Deutsch schwer über dieses Niveau hinauskommen. Sprachwissenschafter unterstützen laut Integrationsplattform diese Erkenntnis.

Özdemir: Viele Eltern legen wenig Wert auf Muttersprachenunterricht

Das Angebot für muttersprachlichen Unterricht gebe es in Volksschulen bereits, erklärt Özdemir. Sobald sich eine gewisse Anzahl an Schülern für eine Sprache anmelden, wird eine Unterrichtsgruppe gestartet. Wie viele zusammenkommen müssen, können Schulen laut Salzburger Schulorganisations-Gesetz (§24) selbst festlegen. Der Sprachunterricht findet dann als unverbindliche Übung zusätzlich zum regulären Unterricht statt. Dieses Angebot werde aber eher zögerlich angenommen, erklärt Özdemir gegenüber S24. Eltern würden oft den Wert eines Muttersprachenunterrichts nicht erkennen – also jene Gruppe, die selbst eine andere Muttersprache als Deutsch hat. Das Potenzial sei demnach nicht vollständig ausgeschöpft.

Um das zu ändern, stellt sich die Integrationsplattform selbst in den Dienst. Man will Ansprechpartner für Familien, Schulen und Lehrpersonen sein, um bei offenen Fragen zu beraten. Mit dem Ziel, dass es irgendwann muttersprachlichen Unterricht für alle in Salzburg gesprochenen Sprachen gibt.

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