Wolf "Slavko" ist momentan im winterlichen Lungau unterwegs. - © DAPD/Symboldbild
Ein Ende Dezember des Vorjahres aus Slowenien eingewanderter Wolf, der mit einem Peilsender ausgestattet ist, erkundet Österreich. Nach Kärnten und dem Bezirk Murau in der Steiermark hält sich der dreijährige “Slavko” seit vergangenem Wochenende im Salzburger Lungau auf. Bernhard Gutleb von der Naturschutzabteilung des Landes Kärnten bestätigte am Dienstag gegenüber der APA einen entsprechenden Bericht der “Kleinen Zeitung”.
Rund zehn Kilometer legt das Tier jede Nacht zurück, allerdings setzt ihm zurzeit der tiefe Winter natürliche Grenzen. “Ab einem Meter Schnee kann er nicht mehr gehen, daher hält er seit zehn Tagen immer unter 1.500 Meter Seehöhe auf, meist unter 1.200 Meter, so Gutleb, dessen Aufgabengebiet als Kärntner “Bärenanwalt” um die Wölfe erweitert wurde. Auf jeden Fall sei es vollkommen normal, dass Wölfe in diesem Alter weit herumstreunen: “Der will schauen, wo es gute Lebensräume gibt, der hat richtigen Pioniergeist.”
Die Jägerschaft im Lungau ist laut Gutleb über die Ankunft des Wolfes informiert. Dadurch soll auch verhindert werden, dass das Tier irrtümlich für einen freilaufenden Hund gehalten und abgeschossen wird. Der Experte vermutet, dass der Aufenthalt im Bundesland Salzburg nicht von allzu langer Dauer sein könnte, denn zuletzt ist er schon wieder etwas Richtung Osten, also Richtung Murau, gezogen.
“Slavko” ist nicht der einzige Wolf, der zwischen Kärnten und dem Lungau herumwandert. “Seit längerem ist ein Wolf ohne Sender im Raum zwischen Metnitz (Bezirk Sankt Veit an der Glan) und Tamsweg unterwegs. Vereinzelt gab es auch Meldungen über gerissene Schafe, aber kaum im Lungau, sondern eher in Kärnten”, so der Experte. Ganz oben auf der Speisekarte der Wölfe stehen aber Rehe, und davon gebe es in dieser Region viele.
“Slavko” gehört zum von der EU geförderten Life-Projekt “SloWolf”, im Rahmen dessen slowenische Forscher Wölfe mit Peilsendern versehen, um ihre Wanderwege zu erkunden. Derzeit sind drei Wölfe mit Sendern ausgestattet. Der Lungau-Gast stammt aus dem Rudel “Slavnik”, das die größte slowenische Wolfspopulation sein soll. (APA)