Motorräder erobern Straßen zurück: Tipps für mehr Sicherheit

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13 Biker kamen im Vorjahr in Salzburg ums Leben. (Symbolbild)
13 Biker kamen im Vorjahr in Salzburg ums Leben. (Symbolbild) - © APA/Herbert Pfarrhofer/Archiv
Die Wetterprognose ist vielversprechend, das lange Wochenende nahe: In den kommenden Tagen werden wieder zahlreiche Biker auf Salzburgs Straßen unterwegs sein. Wir haben Tipps für euch, wie ihr sicher auf zwei Rädern durch den Verkehr kommt.

“Motorradfahren erfreut sich vor allem als Freizeitbeschäftigung großer Beliebtheit. Das damit verbundene Risiko sollte allerdings gerade am Beginn einer neuen Saison nicht unterschätzt werden”, erklärt ÖAMTC-Experte David Nosé in einer Aussendung. 13 Motorradfahrer kamen im Vorjahr im Bundesland Salzburg bei Verkehrsunfällen ums Leben, 2016 waren es noch fünf. Österreichweit starben insgesamt 83 Motorradfahrer, womit jeder fünfte im Straßenverkehr Getötete ein Motorradlenker oder -mitfahrer war.

Kreuzungen lassen Motorradfahrer verschwinden

Besonders gefährlich für Motorradfahrer sind Kreuzungen. “Dort werden Motorräder oft gar nicht oder zu spät gesehen”, so der Verkehrsexperte. Problematisch sei die so genannte “Sichtabschattung”. Diese führe dazu, dass Motorräder mit ihrem schmalen Schatten im Kreuzungsbereich hinter einem Pkw, Verkehrszeichen oder Werbetafeln scheinbar verschwinden.

Training erhöht Sicherheit der Biker

Bikern wird daher eine umfassende Schutzkleidung – auch bei kurzen Fahrten in der Stadt – ans Herz gelegt. Regelmäßiges Training erhöht überdies die Verkehrssicherheit. So seien vor allem Wiedereinsteiger zwischen 45 und 60 Jahren vermehrt in Motorradunfälle verwickelt, wie Manfred Pfeiffenberger vom Fahrtechnikzentrum Brandlhof in Saalfelden (Pinzgau) weiß: “Mangelnde Routine und das ungewohnte Handling des Motorrades führen in dieser Altersgruppe zu vielen schweren Unfällen. Gerade die ersten Ausfahrten sollte man mit großem Respekt und nicht ohne Training angehen.”

Tipps für eine sichere Motorradsaison

  • Fahren mit Licht ist Vorschrift und trägt wesentlich zur passiven Sicherheit bei.
  • Grundsätzlich gilt: Ein dosierter Umgang mit dem Gasgriff und eine vorausschauende Fahrweise ist – gerade beim Motorradfahren und in der Anfangsphase des Frühjahrs – besonders wichtig. Bei den PS-starken Motorrädern kann dies in gefährlichen Situationen euer Leben retten.
  • Als Motorradfahrer muss man praktisch in jeder Sekunde des Fahrens mit Fehlern anderer rechnen. Vor allem damit, dass man einfach nicht wahrgenommen wird. Denn schließlich wird mehr als die Hälfte aller Verkehrsunfälle mit beteiligten Kradfahrern durch ein Fehlverhalten anderer Verkehrsteilnehmer verursacht. Und in nicht wenigen Fällen werden die Biker ganz einfach übersehen.
  • Umso wichtiger ist dies, wenn man sich bewusst macht, dass man als Motorradfahrer keine Knautschzone und damit praktisch keine passive Sicherheit “vor sich” hat. Ein verantwortungsbewusster Fahrer beweist durch verhaltenes, vorausschauendes und ruhiges Fahren Souveränität und gleichzeitig auch, dass er jederzeit “Herr über seine Pferdestärken” ist.
  • Aber auch die Verkehrsteilnehmer auf vier Rädern, also Pkw-, Lkw- und Busfahrer sollten – gerade bei schönem Wetter – immer mit den Zweiradfahrern rechnen. Die gegenseitige Rücksichtnahme ist im immer dichteren Verkehrsgeschehen die Grundvoraussetzung für einen unfallfreien Verkehrsablauf.
  • Richtige Bekleidung: Tragt immer Motorrad-Schutz-Bekleidung und einen passenden Helm. Im Falle eines Unfalls ist die Ausrüstung euer einziger “Airbag”. War ein Helm bereits einmal einem Unfall ausgesetzt, sollte er ersetzt werden. Auch Helme haben ein “Ablaufdatum” und gehören regelmäßig erneuert. Helme sollten nur im Fachhandel gekauft werden und mit einem Prüfzeichen versehen sein, um qualitative Mängel auszuschließen.

Erste Hilfe im Biker-Ernstfall: Zuerst Helm abnehmen

Was tun, wenn doch ein Unfall passiert? “Jeder kann Erste Hilfe leisten”, so Rotkreuz-Chefarzt Wolfgang Schreiber in einer Aussendung. Bei Motorradunfällen sei es dabei besonders wichtig, den Helm abzunehmen. “Ist der Motorradfahrer bei Bewusstsein, unterstützt man ihn dabei. Ist der Verletzte ohne Bewusstsein nimmt der Helfer den Helm ab, sonst besteht Erstickungsgefahr”, erklärt Schreiber. “Der Ersthelfer kniet oberhalb des Kopfes, nimmt den Helm seitlich mit beiden Händen und richtet den Kopf des Verletzten vorsichtig gerade. Dann öffnet man das Visier und den Verschluss. Jetzt zieht man den Helm langsam vom Kopf – wichtig ist dabei den Nacken zu stützen.”

Nach Helmabnahme: Verletzungen versorgen

Erst nachdem der Helm entfernt wurde, kann mit der Kontrolle der Atmung begonnen sowie weitere Verletzungen versorgt werden. Starke Schmerzen und Bewegungsunfähigkeit weisen auf einen Knochenbruch oder eine Verrenkung hin. “Es sollte keinesfalls versucht werden, Gliedmaßen selbst einzurenken”, sagt Schreiber. In so einem Fall muss die betroffene Stelle ruhig gestellt werden. An Armen geschieht das mit einem Dreieckstuch, an Beinen zum Beispiel mit einer zusammengerollten Decke.

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