Spezielles Handwerk aus Salzburg prämiert

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Von links: Wilhelm Margreiter, Richard Kappeller und Hannes Leitenreiter sind ausgezeichnet worden.
Von links: Wilhelm Margreiter, Richard Kappeller und Hannes Leitenreiter sind ausgezeichnet worden. - © WKS/Kolarik
Zum allerersten Mal werden in Salzburg heuer Meisterbriefe an mehr als 300 neue Meister verliehen. Laut Wirtschaftskammer Salzburg (WKS) ist das Handwerk in Salzburg wieder auf dem Vormarsch. Außerdem sind die heimischen Handwerker international gefragt. Das zeigen auch die heurigen Preisträger des Handwerkspreises, die am Mittwoch vorgestellt wurden.




Sie bieten alle Produkte an, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Trotzdem haben die drei Preisträger des diesjährigen Handwerkspreises vieles gemeinsam. Sie machen einzigartige Produkte, arbeiten mit Leidenschaft und verkaufen ein Stück Salzburg hinaus in die ganze Welt.

Pongauer entwickeln kompakte Camping-Küche

Die Nase vorne haben dieses Jahr zwei Pongauer. Hannes Leitenreiter und Sascha Steinbacher haben sich erst Anfang des Jahres selbstständig gemacht. In den letzten zweieinhalb Jahren haben die beiden Maschinenbauer aus St. Martin am Tennengebirge an einer mobilen Campingküche getüftelt.

Entstanden ist die Idee eigentlich für den Eigenbedarf: “Wir sind selbst leidenschaftliche Camper und kochen am Campingplatz ist immer eine große Bastelei. Wir wollten gerne eine gescheite und Lösung”, schildert Leitenreiter bei einem Pressegespräch am Mittwoch. Die Camping-Küche sollte stabil und platzsparend sein, aber trotzdem viel Stauraum bieten. Herausgekommen ist eine Küche, die sich zu einem Koffer zusammenfalten lässt und binnen Minuten aufgebaut ist. Je nach Ausstattung gibt es eine Koch- und Arbeitsfläche, ein Waschbecken mit Wasserhahn und Platz für Küchenutensilien.

Die mobile Küche lässt sich zu einer Box zusammenfalten. Foto: SALZBURG24/Winkler Die mobile Küche lässt sich zu einer Box zusammenfalten. Foto: SALZBURG24/Winkler ©

Die Küche wird in Handarbeit gefertigt und besteht aus Edelstahl und Hochdruck-Schichtstoffplatten. “Wir haben unsere Prototypen im Urlaub selbst getestet und die Leute haben uns oft darauf angesprochen. Da haben wir bemerkt, dass es wohl einen Markt dafür gibt.” Mittlerweile haben Leitenreiter und Steinbacher 40 Stück verkauft, auch nach England, die Schweiz oder Frankreich. Anfragen für die “Kitchenbox”, sie kostet zwischen 1.400 und 2.000 Euro, kamen auch schon aus Indien und den USA.

Salzburger Surfbretter begeistern weltweit

In den USA hat das Handwerk von Wilhelm Margreiter bereits einen legendären Ruf, zumindest in der Surfer-Szene. Seit fünf Jahren baut Margreiter in seiner Werkstatt in Grödig (Flachgau) Surfboards aus Holz, die zwei Kilo leichter, nachhaltiger und langlebiger sind, als herkömmliche Bretter aus Glasfaser. Die spezielle Bauweise der Wuux-Boards aus einem Schaumkern, der von Holz umhüllt wird, entstand aus einer Not heraus: “Surfer vom Almkanal haben mich gefragt, ob ich ihnen nicht stabilere Boards bauen könnte, da die normalen an den Betonkanten so leicht brechen”, erzählt er.

Kunden verbinden Kauf mit Ritt auf Almkanal

Die einzigartigen Boards haben sich herumgesprochen, von Kalifornien bis Australien reitet man mit den Salzburger Boards über die Wellen. Die größte Hürde für ihn war in den letzten Jahren der Versand. “Ein Board, das ich nach Russland verkauft habe, wurde drei Mal retouniert: Zuerst wegen der Sanktionen, die Kundin hatte offenbar ein Naheverhältnis zu Putin. Dann wurde es als Kriegsgerät eingestuft und zuletzt glaubte man, ich würde damit Geldwäsche betreiben”, berichtet Margreiter mit einem Schmunzeln. Die Lösung war denkbar einfach: Ein Flugticket kostet fast gleich viel wie der Versand – also lud er die Russin nach Wien ein und sie holte ihr Board selbst ab. Seither verbinden viele seiner Kunden ihren Einkauf mit einem Kurzurlaub in Salzburg und testen ihr Board gleich auf dem Almkanal.

Salzburger Falknermesser mit Eisenmeteroiten

Rang drei des Handwerkspreises geht an den Messermacher Richard Kappeller aus der Stadt Salzburg. Ausgezeichnet wurde er für eine ganz spezielle Fertigung: Ein Falknermesser. “Insgesamt haben wir davon 15 Stück gemacht, die bisher einzigartig sind”, sagt Kappeller. Einzigartig deshalb, weil für die Klinge Werkzeugstähle mit einem 4,5 Milliarden Jahre alten Eisenmeteoriten verschmolzen wurden, die Griffe bestehen aus seltenen Hölzern oder auch aus dem Elfenbein eines 40.000 Jahre alten Mammuts aus Sibirien. “Mit Falknermesser hatten wir keine Erfahrung, deshalb haben wir uns historische Vorlagen gesucht und verschiedene Materialien getestet. Zwei Jahre dauerte es, bis zum fertigen Messer”, blickt er zurück. Das hat auch seinen Preis: Eines der Messer – ohne Edelstein, dafür mit Gravur – kostete 20.000 Euro. Verkauft werden sie wohl hauptsächlich im arabischen Raum, wo die Falkenjagd noch verbreiteter ist, als bei uns, weiß Kappeller.

Die Falknermesser sind teilweise mit Edelsteinen besetzt. Foto: R. Kappeller Die Falknermesser sind teilweise mit Edelsteinen besetzt. Foto: R. Kappeller ©

Die offizielle Verleihung des Handwerkspreises findet am Samstag im “Haus für Mozart” statt, gemeinsam mit der Übergabe von 319 Meisterbriefen an 302 neue Meister. In den letzten 28 Jahren wurden 150 Projekte ausgezeichnet und über 1.000 eingereicht.

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