Tempo als größte Gefahr bei E-Bikes

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Der Trend zum E-Bike ist ungebrochen, beinahe jedes dritte neugekaufte Fahrrad ist motorisiert. Mit dem Tempo steigt aber auch die Anzahl der Verkehrsunfälle. „Die höhere Geschwindigkeit birgt die größte Gefahr bei E-Bikes“, weiß Renate Eschenlohr vom ARBÖ Salzburg und warnt vor Radtuning. Wir klären auf.




Wie die Sprecherin vorrechnet, betrage der Bremsweg bei einer Geschwindigkeit von 25 km/h bereits knapp 14 Meter. Das entspricht drei hintereinander gestellten VW-Golf. Bei Nässe oder nicht optimaler Bremsleistung erhöht sich dieser Wert noch einmal.

Getunte E-Bikes gelten als Moped

„Viele E-Biker unterschätzen gerade am Anfang das hohe Tempo, das sie ohne große Anstrengung erreichen können“, warnt Eschenlohr im Gespräch mit SALZBURG24. Höchstens 600 Watt Leistung und Motorunterstützung bis maximal 25 km/h, das sind die Voraussetzungen, dass ein E-Bike als normales Fahrrad gilt.

Entdrosselt man sein Fahrrad, sind mit den meisten Modellen schnellere Geschwindigkeiten möglich. Davor warnt man beim ARBÖ aber entschieden. „Man bringt damit sich selbst und andere Verkehrsteilnehmer in Gefahr und es ist auch schlichtweg verboten“, sagt Eschenlohr. Das Fahrrad gelte dann nämlich als Kleinmotorrad. Es muss behördlich angemeldet werden, ein Führerschein ist erforderlich und es besteht Helmpflicht. Rad- und Gehwege dürfen damit auch nicht mehr genutzt werden, sondern man muss auf die Straße ausweichen. „Bei Unfällen steigt außerdem die Versicherung zweifelsohne aus“, macht sie auf die finanziellen Folgen aufmerksam.

Von Forderungen nach Erhöhungen des Limits auf 30 km/h hält man beim ARBÖ aktuell wenig. “Im Sinne der Verkehrssicherheit ist das derzeit eher abzulehnen”, so Eschenlohr mit Verweis auf den Anstieg in der Unfallstatistik. Der Wunsch gerade für Pendler auf ebenen Strecken sei aber nachvollziehbar. Auf Landstraßen und gut ausgebauten Strecken seien 30 km/h sicherlich kein Problem, dafür umso mehr in Städten und auf Radwegen. “Hier stellt sich allerdings die Frage, ob es für verschiedene Straßen unterschiedliche Tempolimits braucht”, sagt die ARBÖ-Sprecherin.

Verkehrsteilnehmer unterschätzen E-Biker

Die Unfallgefahr ist allerdings bereits mit handelsüblichen E-Bikes nicht zu unterschätzen. Die Polizei Salzburg erfasst seit Jänner diesen Jahres erstmals die Unfallzahlen mit involvierten E-Bikes gesondert. Eine Auswertung liegt aber noch nicht vor, wie Hans Wolfgruber, Sprecher der Landespolizeidirektion gegenüber S24 sagt.

Rund 3.700 Personen sind österreichweit im Jahr 2016 bei Unfällen mit E-Bikes so schwer verletzt worden, dass sie im Krankenhaus behandelt werden mussten. Der Verletzungsgrad war dabei tendenziell höher als bei Unfällen mit herkömmlichen Fahrrädern, informiert das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV). Ein ungebremster Aufprall mit 25 km/h entspricht in etwa einem Sturz aus 2,5 Metern Höhe.

Durch das höhere Tempo können aber auch andere Verkehrsteilnehmer den E-Bikern rasch zur Gefahr werden. „Wir sind die motorisierten Fahrräder ungeachtet des Trends noch lange nicht gewohnt im Straßenverkehr“, sagt Eschenlohr. Von weitem seien E-Biker auch nicht als solche zu erkennen. „Da passiert es rasch, dass deren Geschwindigkeit falsch eingeschätzt wird und es schneller zur Kollision kommt, als gedacht.“

ARBÖ rät zu Schutzkleidung für E-Biker

Generell rät der ARBÖ zur gegenseitigen Rücksichtnahme, plädiert aber für ausreichende Schutzkleidung bei den E-Bikern. „Ein Helm und feste Schuhe sollten auf jeden Fall getragen werden“, so die Sprecherin, verpflichtend ist beides allerdings nicht. Anfängern legt sie außerdem Zeit für ein Training ans Herz: „Man muss sich erst an das Tempo sowie den längeren Bremsweg und die andere Kurvenlage eines E-Bikes gewöhnen“.

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