Über ein Drittel der Salzburger haben Lehrabschluss

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Knapp 40 Prozent der Österreicher haben eine Lehre absolviert. (Symbolbild)
Knapp 40 Prozent der Österreicher haben eine Lehre absolviert. (Symbolbild) - © Bilderbox
Salzburg hat österreichweit mit 13,4 Prozent den zweithöchsten Akademikeranteil, der häufigste Bildungsabschluss der Salzburger ist aber die Gesellenprüfung. Das zeigt der aktuelle Bildungsmonitor der Arbeiterkammer (AK) Salzburg auf. Wir haben die Details.

Dieser fasst die Bildungssituation im Bundesland zusammen, zeigt positive Entwicklungen – und wo Handlungsbedarf besteht.

Die gute Nachricht zuerst: Nur in Wien leben mehr Akademiker als in Salzburg. Mit 13,4 Prozent hat das Bundesland den zweithöchsten Anteil in Österreich. Fast ein Drittel der Bevölkerung (29,7 Prozent) hat die Matura, einen Kolleg- oder einen Hochschulabschluss. Außerdem ist Salzburg das Bundesland, in dem die „Lehre mit Matura“ am besten funktioniert. Das von Arbeiterkammer und Wirtschaftskammer getragene und dem Bildungsministerium finanzierte Programm erreicht 15,9 Prozent der Lehrlinge in der Region und feiert heuer sein zehnjähriges Bestehen.

Lehrabschluss der häufigste Bildungsabschluss in Salzburg

Überhaupt sind Lehrberufe Dreh- und Angelpunkt in der österreichischen Berufsbildung. Sie sind oftmals die Basis für den beruflichen Ein-, Auf- und Umstieg – für Jugendliche und Erwachsene. Der Lehrabschluss ist der häufigste Bildungsabschluss der Salzburger: Rund 38 Prozent der Bevölkerung zwischen 25 und 64 Jahren verfügt über einen. AK-Präsident Peter Eder: „Das Lehrzeugnis ist ein Wertpapier. Wir setzen uns als Arbeiterkammer für Maßnahmen ein, die die Ausbildungsqualität weiter verbessern. Für einen Imagegewinn des Lehrlingswesens. Für mehr Durchlässigkeit zu anderen Bildungsabschlüssen wie Matura und Hochschule. Nur so bekommen wir die Fachkräfte von morgen mit Top-Erfahrung aus der Praxis von heute.“

Die Ausgangsbedingungen für gute Bildung im Bundesland sind jedenfalls intakt. Ganz anders schaut es bei den Einkommen aus. Mit 1.516 Euro netto (14 Mal im Jahr) liegt Salzburg abgeschlagen auf dem vorletzten Platz. Eine Herausforderung, denn oft muss für (Weiter-)Bildung zusätzliches Geld in die Hand genommen werden.

Weniger Risikoschüler – vererbte Bildung dennoch ein Problem

Wer also weniger Geld oder sonst schlechtere Voraussetzungen für Bildung hat, bleibt schnell auf der Strecke. Umso wichtiger ist es, gegen dieses „Weitergeben“ von Nachteilen einzutreten. „Unser berufsbildendes Schulwesen ist im internationalen Vergleich eine Stärke und auch der Schlüssel für eine geringe Jugendarbeitslosigkeit. Aber Bildung wird zu oft weitervererbt. Kein Problem, wenn Kinder von gut gebildeten Eltern selbst einen hohen Abschluss erreichen. Es wird jedoch zu einem, wenn Kinder von Eltern mit niedrigem formalem Bildungsgrad schwerer aufsteigen können und häufiger die Schule abbrechen. Sie beenden ihre Bildungslaufbahn mit einer sechsmal höheren Wahrscheinlichkeit vorzeitig“, sagt AK-Bildungsexperte Franz Fuchs-Weikl. Immerhin: In Salzburg ist diese Gruppe der „Risikoschülerinnen und -Schüler“ ein wenig kleiner als im Österreich-Schnitt.

Guter Weg aber immer noch Defizite bei Ganztagesbetreuung

Schule schafft Chancen. Im Idealfall ermöglicht und fördert sie selbstverantwortliches Lernen und Arbeiten sowie lebensbegleitende Bildung. Für all diese Dinge und damit auch die weitere Bildungs- und Berufskarriere wird schon im Bereich der Elementarbildung der Grundstein gelegt.

Dementsprechend positiv ist, dass 93,5 Prozent der Drei bis Fünfjährigen in Salzburg institutionell gut betreut werden. Unter Zweijährige kommen auf 23,6 Prozent. Sechs- bis 14-jährige auf 19,1 Prozent. „Besonders die Zehn- bis 14-jährigen sind mit einer Betreuungsquote von nur 12,7 Prozent unterversorgt. Vor allem, weil etwa Ganztagesschulen nicht nur pädagogische Vorteile beim gemeinschaftlichen Lernen und der Hausübung haben. Auch Eltern werden freigespielt, wenn sie arbeiten möchten oder müssen“, so Franz Fuchs-Weikl. Aktuell bietet gerade mal die Hälfte aller Pflichtschulen eine Nachmittagsbetreuung an. In der Stadt Salzburg 84 Prozent, im Lungau 17 Prozent.

Bildung für Junge und Ältere bestmöglich fördern

Ebenso wichtig ist natürlich der Zugang zu Weiterbildung. Vor allem ältere Arbeitnehmer stehen vor den Herausforderungen einer sich ändernden Arbeitswelt etwa durch die Digitalisierung. 14,4 Prozent der Österreicher bilden sich weiter. In Dänemark oder Schweden sind es rund doppelt so viele. Und leider rangiert Salzburg mit 13,2 Prozent unter dem Österreich-Schnitt – auch wenn der Wert sich zuletzt verbesserte. Wien und Vorarlberg fördern die Aus- und Weiterbildung stärker. In Finnland und Schweden sind sie überhaupt weitgehend kostenfrei. Das führt auch zu einer höheren Beteiligung. Salzburg punktet etwa mit Initiativen wie „Lehrabschluss plus“, bei dem bei vorigem Nichtantreten die Lehrabschlussprüfung doch noch erreicht werden kann.

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