Mann bezeichnete Richterinnen als “Mörderinnen”

Akt.:
Am Landesgericht Feldkirch ist am Mittwoch ein 66-jähriger Tiroler wegen übler Nachrede zu einer unbedingten Geldstrafe von 480 Euro verurteilt worden. Der Mann war Anfang 2014 in Innsbruck wegen eines Sexualdeliktes schuldig gesprochen worden und hatte anschließend seinem Ärger über Richter und Staatsanwalt im Videoportal “YouTube” Luft gemacht. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.


Der Strafantrag war wegen Befangenheit an die Vorarlberger Staatsanwaltschaft abgetreten worden. Der Pensionist war in Innsbruck wegen Kinderpornografie in erster Instanz zu zwölf, in zweiter Instanz dann zu 15 Monaten unbedingter Haft verurteilt worden, in seinen Augen ein Fehlurteil. Im Internet machte er seinem Ärger Luft, stellte Fotos von den zwei zuständigen Richterinnen und der Staatsanwältin online und bezeichnete sie als “Mörderinnen”.

Die Frauen würden ohne Gewissen urteilen und hielten sich für “Gottvater”, so die Meinung des Verurteilten. In seinem “YouTube”-Video kündigte er zudem seinen Selbstmord an und machte dafür die Justiz verantwortlich. Weil er die Betroffenen öffentlich eines unehrenhaften Verhaltens bezichtigte, erfüllte der Angeklagte mit seinem Verhalten den Tatbestand der üblen Nachrede, urteilte das Landesgericht Feldkirch.

Die 480 Euro unbedingte Geldstrafe akzeptierten sowohl der Pensionist als auch die Staatsanwaltschaft. Weil der Tiroler nicht anwaltlich vertreten war, hat er dennoch drei Tage Bedenkzeit. Somit ist das Urteil noch nicht rechtskräftig.

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