Bruno Mars räumt bei Grammy-Gala in New York ab

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R&B-Sänger Bruno Mars hat für seinen Song “That’s What I like” bei der Grammy-Verleihung in New York den Preis für das beste Lied des Jahres gewonnen. Er und sein Autorenteam setzten sich damit am Sonntag gegen den Megahit “Despacito” von Luis Fonsi & Daddy Yankee durch. Für sein Album “24K Magic” gewann der 32-Jährige ebenfalls den Preis für das beste Album des Jahres.

Er siegte bei der Verleihung unter anderem gegen “4:44” des US-amerikanischen R&B-Sängers Jay-Z. Nominiert waren ebenfalls Kendrick Lamar mit “Damn”, Childish Gambino für “Awaken, My Love!” und Lorde für “Melodrama”. Mars hatte zuvor bereits die beiden Hauptpreise für das Lied und die Aufnahme des Jahres gewonnen. Insgesamt gewann der 32-Jähriges bei der diesjährigen Preisvergabe sechs der begehrtesten Musikauszeichnungen der Welt.

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Kendrick Lamar und Bono eröffnen Grammys

Mit einem politisch gefärbten Auftritt von US-Rapper Kendrick Lamar begann die 60. Verleihung der Grammys. Lamar eröffnete die Show im Madison Square Garden mit seinem Titel “XXX” an Seite von U2-Sänger Bono und dem irischen Musiker The Edge. Der Rapper erschien vor amerikanischen Flaggen und an Seite von zahlreichen Tänzern in Camouflage-Uniform auf der Bühne.

Comedian Dave Chapelle kommentierte den Auftritt mit den Worten: “Beängstigender als der Anblick eines schwarzen Mannes, der in Amerika ehrlich ist, ist nur, ein ehrlicher schwarzer Mann in Amerika zu sein”. Kurz darauf übernahm Moderator James Corden, der wie im vergangenen Jahr durch den Gala-Abend führen sollte.

Lamar bekam im Anschluss an seinen Auftritt sogleich zusammen mit der Sängerin Rihanna den Preis für die beste kombinierte Rap- und Gesangsperformance verliehen, und zwar für ihr Duett in dem Song “Loyalty”. Der Rapper gehört bei der diesjährigen Verleihung zusammen mit der Rap-Ikone Jay-Z und dem R&B-Sänger Bruno Mars zu den Favoriten für die höchste Zahl von Preisen und den Sieg in der Königskategorie des besten Albums.

Lamar hatte bereits vier Preise in der Tasche, bevor der Abend richtig begonnen hatte. Schon vor Beginn der Show war er drei Mal ausgezeichnet worden, für die beste Rap-Performance, den besten Rap-Song und das beste Musikvideo, wie die Grammy-Akademie auf ihrer Website mitteilte. Mars holte seinerseits schon vor der Show drei Grammys. Er gewann in der R&B-Abteilung die Preise für die Performance, den besten Song und das beste Album.

Posthumer Grammy für Carrie Fisher

Die junge Sängerin und Songwriterin Alessia Cara wurde mit dem Grammy für den besten Nachwuchsstar ausgezeichnet. Die 21-jährige Kanadierin setzte sich bei der Preisverleihung gegen den Sänger Khalid, die Sängerinnen Julia Michaels und SZA sowie den Rapper Lil Uzi Vert durch. Cara wurde durch Darbietungen auf der Videoplattform YouTube bekannt, in denen sie Stars wie Taylor Swift und Amy Winehouse mit verblüffender stimmlicher Ähnlichkeit imitierte. In ihren eigenen Songs richtet sie sich oft an junge Menschen, die sich sozial ausgegrenzt fühlen.

Die “Star Wars”-Schauspielerin Carrie Fisher wurde posthum mit einem Grammy geehrt. Den Preis bekam sie für ihr Hörbuch “The Princess Diarist”, wie die Grammy-Akademie auf ihrer Website mitteilte. Darin erzählt Fisher von ihren Erinnerungen an die Dreharbeiten zum ersten Teil der “Star Wars”-Saga.

Die Darstellerin der Prinzessin Leia war im Dezember 2016 an einem Herzinfarkt gestorben. Posthum mit einem Grammy ausgezeichnet wurde auch der Sänger, Songwriter und Dichter Leonard Cohen. Für sein Lied “You Want It Darker” gewann er den Preis für die beste Rock-Performance. Es ist der Titelsong von Cohens letztem Studioalbum. Der legendäre kanadische Rockpoet war im November im Alter von 82 Jahren gestorben.

#TimesUp: Weiße Rosen als Zeichen der Solidarität

Aus Solidarität mit der #TimesUp-Bewegung zum Kampf gegen sexuelle Übergriffe trugen mehrere Musiker bei der Grammy-Verleihung weiße Rosen am Revers oder in der Hand. Darunter waren Rapper Kendrick Lamar, Lady Gaga, Miley Cirus, Khalid, Sam Smith, Janelle Monae sowie Alessia Cara, die bei der Gala am Sonntag als beste neue Künstlerin des Jahres geehrt wurde.

Die weiße Rose galt bei der Verleihung in New York als Pendant zur schwarzen Kleidung, in der Prominente bei der Golden Globe-Gala Anfang Jänner erschienen waren. Die Grammy-Aktion hatte mit einem Aufruf der Gruppe “Voices in Entertainment” von 14 Frauen begonnen, die in führenden Positionen in der Musik- und Unterhaltungsindustrie in den USA arbeiten. Die weiße Rose stehe historisch für “Hoffnung, Frieden, Sympathie und Widerstand”, schreiben die Gründerinnen.

Hilary Clinton liest aus Trump-Buch

Mit einer Lesung aus dem Enthüllungsbuch “Fire and Fury” (“Feuer und Zorn”) teilten Hillary Clinton und Star-Musiker bei den Grammyverleihung gegen US-Präsident Donald Trump aus. Die Demokratin Clinton, die gegen Trump bei den Wahlen im November 2016 verloren hatte, erschien am Sonntag überraschend in einem vorab aufgezeichneten Sketch von Moderator James Corden. Darin las sie eine Passage aus Michael Wolffs Buch, das mit Details aus dem Wahlkampf und Trumps Zeit im Weißen Haus Schlagzeilen machte.

Auch Rapperin Cardi B, John Legend, Cher und Snoop Dogg lasen einige Sätze aus dem Buch. “Warum lese ich diesen Scheiß überhaupt?”, fragt Cardi B, nachdem sie eine Passage zu Trumps angeblich regelmäßigen Cheeseburger-Abendessen im Bett rezitiert hat. “Ich kann das nicht glauben. Lebt er so wirklich sein Leben?” Snoop Dogg fügte hinzu, ganz sicher nicht bei Trumps Vereidigung vor gut einem Jahr dabei gewesen zu sein.

Die UNO-Botschafterin der USA, Nikki Haley, reagierte prompt auf die verbale Ohrfeige vor einem Millionenpublikum gegen ihren Vorgesetzten und Parteikollegen Trump. “Ich habe die Grammys immer geliebt, aber dass Künstler das “Fire and Fury”-Buch lesen, war das Ende”, twitterte Haley wenige Minuten nach dem Sketch. “Ruiniert großartige Musik nicht mit Müll. Manche von uns lieben Musik, ohne dass Politik eingeworfen wird.” Auf den Tweet einer Reporterin der “Washington Post”, die den Sketch als lohnenswert bezeichnete, antwortete Haley, der Sketch habe die Show “ruiniert”.

Ein Großteil der Preise in insgesamt 84 Kategorien wurde bereits vor Beginn der Show bekanntgegeben. Die deutschen Elektro-Pioniere von Kraftwerk gewannen den Grammy für das “Beste Dance/Elektronische Album”.

Die Grammys ehren in zwei Hauptkategorien einen einzelnen Song. Beim “Lied des Jahres” werden die Komponisten und Texter ausgezeichnet. Die Kategorie “Aufnahme des Jahres” würdigt neben diesen Songwritern auch das Produktionsteam und die Toningenieure rund um den Song.

(APA/dpa/ag.)

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