Masern-Epidemie in Europa – So steht es um Salzburg

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In Europa ist ein immenser Anstieg an Masern-Erkrankungen festgestellt worden.
In Europa ist ein immenser Anstieg an Masern-Erkrankungen festgestellt worden. - © APA/Gindl/Archiv
Die Zahl der Masern-Erkrankungen in Europa ist immens gestiegen. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) haben sich im ersten Halbjahr 2018 mehr als 41.000 Kinder und Erwachsene mit Masern infiziert. In Österreich wurden 62 Fälle im ersten Halbjahr 2018 erfasst. Wir haben uns mit Salzburgs Impf-Referenten Holger Förster über die Risiken und Auswirkungen unterhalten.




Heuer sind mindestens 37 Todesfälle durch eine Masernerkrankung erfasst worden. Das gab die WHO am Montag in Kopenhagen bekannt. Im gesamten Jahr 2017 waren in der WHO-Region Europa 23.927 Menschen erkrankt, 2016 waren es 5.273.

Immenser Anstieg an Masern-Erkrankungen in Europa

“Nach der niedrigsten Zahl der Fälle im Jahr 2016 erleben wir einen dramatischen Anstieg von Infektionen und ausgedehnten Ausbrüchen”, sagte Zsuzsanna Jakab, WHO-Regionaldirektorin für Europa. In Salzburg soll die Lage laut Förster nicht so dramatisch sein. “Bei uns kann man nicht von einer Epidemie sprechen. Es handelt sich in Salzburg nur um Einzelfälle”, erklärte er im Gespräch mit SALZBURG24.

Masern-Impfungen speziell für Reisende relevant

Mehr als die Hälfte der Masern-Erkrankungen in diesem Jahr seien in der Ukraine aufgetreten (23.000), weil dort im Zuge der Konflikte Routinen für Impfung und Überwachung unterbrochen wurden. Aber auch in Frankreich, Georgien, Griechenland, Italien, Russland und Serbien habe es mehr als 1.000 Ansteckungen gegeben, hieß es in dem WHO-Bericht. “Masern ist eine schwere Erkrankung und höchst ansteckend. Die Krankheit wird durch Tröpfcheninfektion wie Niesen oder Husten verbreitet. Besonders im Ausland sollte man dagegen geimpft sein”, sagt Förster.

Folgen einer Masern-Erkrankung

Im schlimmsten Fall kann ein Infekt tödlich enden. Laut Förster sind jedoch tagelang hohes Fieber, ein allgemein schlechter Gesundheitszustand sowie ein roter und blauer Ausschlag die häufigsten Folgen einer Erkrankung. Doch welche Methoden gibt es, um das Masernvirus in den Griff zu bekommen? “Gute Gesundheit für alle beginnt mit der Impfung. Leider ist in Salzburg die Durchimpfungsrate mit 80 Prozent zu niedrig”, weiß Förster. Um Ausbrüche zu vermeiden, müssten 95 Prozent der Bevölkerung in allen Alters- und sozialen Gruppen geschützt sein, so Förster.

Welche Nebenwirkung hat eine Impfung?

Eine Impfung gegen Masern kann laut Förtser eine Woche lang zu Fieber oder Ausschlägen führen. “Wirklich relevante Nebenwirkungen sind nicht häufig beschrieben. Zudem kann der er oft kolportierte Zusammenhang zu Autismus und Diabetes bislang auch in Studien nicht bewiesen werden.” Sollte es dennoch zu einem Infekt kommen, hilft eine Impfung auch nach dem Erstkontakt. “Die Impfung greift schneller als die Inkubationszeit von zwei bis drei Wochen”, fügt Förster an. Medizinisch soll es keinen Grund geben, sich nicht gegen Masern impfen zu lassen. Aufpassen sollte man Förster lediglich bei starker Hühnereiweißallergie oder Immunmangelerkrankungen.

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