Massengräber mit 220 IS-Opfern im Irak entdeckt

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Im Irak sind nach Angaben von Stammesmitgliedern und aus Sicherheitskreisen mindestens 220 Menschen von Kämpfern des Islamischen Staates (IS) getötet und in zwei Massengräbern verscharrt worden. Die Gräber wurden beide am Donnerstag in der Provinz Anbar entdeckt. Die Toten gehörten zu einer Gruppe von 300 Angehörigen des regierungstreuen sunnitischen Stammes Albu Nimr.


Die Gruppe wurde in den vergangenen Tagen vom IS verschleppt. Zunächst gab es Berichte über 46 Exekutierte, nach den neuen, nicht überprüfbaren Angaben ist die Zahl der Getöteten offenbar weit höher. Die Opfer seien überwiegend Polizisten oder Mitglieder der regierungstreuen Miliz Sahwa, hieß es. “Wir haben die Leichen am frühen Morgen entdeckt”, sagte ein Zeuge. IS-Kämpfer hätten erklärt: “‘Das ist die Strafe für jeden, der gegen den Islamischen Staat kämpft.'”

Den Angaben zufolge wurde ein Grab mit 70 Leichen nahe der Stadt Hit und das zweite mit 150 Toten nahe Ramadi gefunden. Stammesführern zufolge waren die Männer im Alter zwischen 18 und 55 Jahren vom IS aufgefordert worden, ihre Dörfer zu verlassen und nach Hit zu gehen. Ihnen sei sicheres Geleit zugesichert worden. Dann aber seien sie festgenommen und getötet worden. Den Zeugen zufolge waren die Männer aus nächster Nähe erschossen worden.

Unterdessen wurde bekannt, dass Norwegen im Kampf gegen die IS-Terrormiliz in den kommenden Monaten 120 Soldaten in den Irak schicken will. Die Norweger sollen aber nicht selbst an Militäraktionen teilnehmen, sondern die Iraker beim Aufbau eigener Kräfte unterstützen und beraten, sagte die norwegische Ministerpräsidentin Erna Solberg am Donnerstagabend. Norwegen wolle sich an einem Ausbildungszentrum in der nordirakischen Stadt Erbil beteiligen und in der Umgebung von Bagdad präsent sein.

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