Mayr hofft weiter auf den „Quantensprung“ Stadtregionalbahn

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Hans Mayr will in Sachen Stadtregionalbahn nicht locker lassen.
Hans Mayr will in Sachen Stadtregionalbahn nicht locker lassen. - © APA/Gindl/Archiv
Rund um die Stadtregionalbahn ist es ruhig geworden in den letzten Monaten, auch im Mobilitätskonzept 2025 blieb man dazu vage. „Ganz bewusst“, wie Landesrat Hans Mayr (SBG) im Gespräch mit SALZBURG24 versicherte. Vorrang haben derzeit kurzfristige Maßnahmen. Wo das Projekt gerade steht und warum der „Quantensprung“ unbedingt kommen sollte sollte, lest ihr hier.




Wenn Hans Mayr über die Stadtregionalbahn spricht, wird er fast euphorisch. „Aus meiner Sicht gehört das Projekt unbedingt umgesetzt“, erzählt er im Gespräch mit SALZBURG24. Nur so ließe sich das Salzburger Verkehrsproblem langfristig lösen, meint Mayr. Auch wenn es rund um die Bahnlösung für die Stadt gerade ruhig geworden ist, steht der Verkehrs-Landesrat voll dahinter. Vorläufige Priorität haben zwar kurzfristige Maßnahmen übernommen. Am langfristigen Plan ändere das aber nichts, so Mayr.

Salzburg: Die verkehrsgeplagte Stadt

Die Stadt Salzburg erstickte in den letzten Monaten förmlich im Verkehr. Das ohnehin hohe Verkehrsaufkommen auf verhältnismäßig wenig Platz lässt wenig Spielraum. Baustellen wie im Lieferinger-Tunnel spitzten die Lage weiter zu. Oft reichte ein kleiner Unfall, um schließlich den ganzen Verkehr zum Erliegen zu bringen. Sowohl Stadt als auch Land Salzburg legten als Reaktion im Herbst 2016 Verkehrskonzepte vor. Maßnahmen wie Park&Ride-Parkplätze, Buskorridore und kürzere S-Bahn-Taktung, sollten kurzfristig den Verkehr entlasten.

Stadtregionalbahn: „Quantensprung“ in der Verkehrspolitik

Braucht es die Stadtregionalbahn, wenn alle anderen Verkehrsmaßnahmen umgesetzt werden? „Damit schafft Salzburg einen Quantensprung in der Verkehrspolitik”, gibt Hans Mayr an. Was derzeit geplant ist, seien notwendige, aber kleine Schritte. Die Stadtregionalbahn wäre das einzige Verkehrsmittel, das vom motorisierten Straßenverkehr komplett gelöst ist. Auf die Schnelle ginge das freilich nicht. Fünf Jahre sind laut Mayr für die Planung, weitere fünf für den Bau veranschlagt.

Haibach: “Schnelle Lösungen nicht vergessen”

Auch Verkehrsexperte Peter Haibach spricht sich für die Bahn aus und glaubt an die Vorteile dieser Lösung. Sie sei aber ein Langfristprojekt. „Man kann nicht nur über die Stadtregionalbahn reden und alles andere vergessen“, mahnt er die Umsetzung der Maßnahmen für den öffentlichen und Straßenverkehr ein. „Da muss sofort gehandelt werden.“ Wie erfolgreich die schon vorliegenden Verkehrskonzepte von Stadt und Land Salzburg sind und ob sie überhaupt im vollen Umgang umgesetzt werden, wird sich im Laufe der Zeit zeigen. Eines steht aber fest: Wenn der Verkehr darnieder liegt, stehen Busse wie Autos. Die Stadtregionalbahn könnte für eine – nicht ganz billige – Entlastung sorgen.

Entscheidung liegt beim Finanzministerium

Derzeit liegt ein Akt beim Finanzministerium. In zwei bis drei Monaten soll es eine Antwort geben. „Wir hoffen und gehen davon aus, dass die Antwort positiv sein wird“, sagt Mayr. 50 Prozent der Gelder sollen schließlich vom Bund kommen. Es geht um viel Geld.

Stadt, Land und Bund sollen sich 870 Millionen Euro aufteilen

530 Millionen Euro betragen die Baukosten, isoliert betrachtet. Valorisiert man den Bau auf zehn Jahre, berücksichtigt die Inflation in dem Zeitraum und rechnet einen 25-prozentigen Risikozuschlag ein, kommt man auf 870 Millionen Euro. Finanziert der Bund die Hälfte, würden bei einer Finanzierung über 35 Jahre jährlich 20 Millionen Euro bleiben, die sich Stadt und Land teilen müssen. „Und darum geht’s in letzter Konsequenz“, meint Mayr. Wie die Stadt dazu derzeit steht, wollte er nicht sagen. Man werde darüber reden, wenn mit dem Entscheid des Finanzministeriums Fakten geschaffen wurden. Bürgermeister Heinz Schaden (SPÖ) hatte sich in der Vergangenheit schon negativ über das Projekt geäußert. Er sah die Umsetzung als unsicher und wollte daher keine 30 bis 40 Millionen Euro in die Planung stecken. Schlussendlich steht die Stadtregionalbahn also doch vor ein ungewissen Zukunft.

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