“Medical Cannabis Bürgerinitiative”: 10.000 Patienten kämpfen um medizinisches Hanf

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Patienten fordern vehemet die Freigabe von Cannabis als Medizin.
Patienten fordern vehemet die Freigabe von Cannabis als Medizin. - © APA/HELMUT FOHRINGER
Ein Komitee aus schwer kranken Hanfpatienten hat am Freitag 10.000 händisch gesammelte Unterschriften zum Startschuss der parlamentarischen Medical Cannabis Bürgerinitiative an Parlamentsdirektor Harald Dossi übergeben. Indes fordert Toni Straka, Obmann des österreichischen Hanfinstituts die Rücknahme der geplanten Gesetzes-Novelle, die seiner Meinung nach eine weitere Verschlechterung für Patienten mit sich bringen würde.

Die von der Cannabis-Patientenvertretung Arge Canna initiierte und vom Hanf-Institut unterstützte Bürgerinitiative fordert die Straffreistellung für die Produktion und den Besitz von Cannabis für Patienten mit entsprechender medizinischer Indikation und kann in Kürze auf der Webseite des österreichischen Parlaments online unterschrieben werden.

Der nach einem Unfall querschnittgelähmte und an Spastiken leidende Erstunterzeichner der Bürgerinitiative, Patrick Krammer, sagte bei der Übergabe im Wiener Palais Epstein, „als Schmerzpatient hoffe ich auf eine rasche Änderung im Sinn der betroffenen Patienten. Unsere Kriminalisierung ist nicht mehr zeitgemäss und belastet alle Kranken zusätzlich.“

Gerfried Düregger, Obmann der Arge Canna sagte: „10.000 Unterschriften aus ganz Österreich sind ein deutlicher Hinweis, wie positiv die Menschen zu Cannabis als Medizin stehen. Die Betroffenen könnten sich durch unser Eigenanbau-Modell kurzfristig selbst Hilfe verschaffen.“


Geplante SMG-Novelle würde weitere Verschlechterung für Patienten bringen

Hanf-Institutsobmann Toni Straka forderte eine Rücknahme der geplanten Gesetzes-Novelle, mit der Österreich sich gegen den weltweiten Trend zur Heilpflanze Cannabis stellt und weiterhin mit einer alle wissenschaftlichen Fakten widersprechenden Cannabis-Politik via Strafrecht betreibt.
Diesen Änderungen treten die Vertreter der potentiell 200.000 Cannabis-Patienen vehement entgegen.
„Diesmal wollen wir daher rechtzeitig ein Zeichen setzen, dass die angestrebte Novelle des Suchtmittelgesetzes diametral zu den Wünschen der Betroffenen steht, die kein teures Monosubstanz-Extrakt aus der Apotheke, sondern die ganze gesunde Blüte direkt aus dem eigenen Garten – oder auch Grow-Zelt – zur Behandlung ihrer unterschiedlichsten Leiden wollen. Damit könnte diesen Menschen eine schmerz- und leidensfreie Zeit bis zu einer generellen gesetzlichen Neubetrachtung der Hanfpflanze gewährt werden, die eine multidisziplinäre Betrachtung erfordert“, sagte Straka.

Cannabinoid  mit THC gleichgestellt

Die geplante Novelle des Suchtmittelgesetzes SMG will das nicht psychoaktive Cannabinoid CBD den gleichen Strafbestimmungen wie den psychoaktiven Inhaltsstoff THC unterstellen. Das Hanf-Institut tritt in einer Stellungnahme zum Begutachtungsentwurf insbesondere der Begründung entgegen, dass zu CBD keine ausreichenden wissenschaftlichen Erkentnisse vorliegen.

„In Österreich will der Staat in wenigen Tagen eine neuerliche Gesetzes-Novelle abhandeln, in der Hanf wider alle Fakten zur Chemikalie hochstilisiert wird“, sagte Straka und sagte abschliessend, „alle, die Cannabis kennen, wissen, dass er eine von über 28.000 Heilpflanzen auf dieser Welt – wie Kamille, Salbei oder Baldrian – ist. So soll Cannabis daher nach unserer Ansicht auch behandelt werden: Als Pflanze.“

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