Medien: Fünf IS-Verdächtige in Deutschland festgenommen

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Fünf Personen wurden festgenommen.
Fünf Personen wurden festgenommen. - © Hendrik Schmidt/dpa /Archiv
Unter dem Vorwurf der Unterstützung der Jihadistenmiliz “Islamischer Staat” (IS) hat die deutsche Bundesanwaltschaft laut Medienberichten fünf Männer festnehmen lassen. Ihnen werde die Unterstützung einer terroristischen Vereinigung vorgeworfen, berichteten die “Süddeutsche Zeitung” sowie der Nord- und der Westdeutsche Rundfunk am Dienstag. Sie sollen Menschen für den IS rekrutiert haben.


Die Festnahmen erfolgten demnach in der Früh. Die Bundesanwaltschaft war für eine Stellungnahme zunächst nicht erreichbar. Laut den Medienberichten waren den Festnahmen monatelange Ermittlungen vorausgegangen. Unter den Männern soll demnach auch ein als “Prediger ohne Gesicht” bekannter Mann sein – ein 32-jähriger gebürtiger Iraker, der sich “Abu Walaa” nenne. Der Mann heiße tatsächlich Ahmad Abdelazziz A. und gelte den Behörden bereits seit Jahren als zentrale Figur der deutschen Islamisten.

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Schlag gegen Islamisten-Szene: Sicherheitskräfte verhaften 5 Männer, die für den IS Muslime rekrutiert haben sollen https://t.co/UnNN6gUMhx

“Das ist der Schlimmste,” zitierten die Medien Sicherheitskreise. Seit dem Herbst vergangenen Jahres ermittle die Bundesanwaltschaft gegen ihn und mutmaßliche Helfer. Sie sollen demnach vor allem in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen junge Muslime für den IS angeworben und bei der Ausreise logistisch und finanziell unterstützt haben. Den Medienberichten zufolge hatten Aussagen eines IS-Rückkehrers maßgeblichen Anteil an den Festnahmen.

“Abu Walaa” sei “Nummer 1 des IS in Deutschland”

Der 22-Jährige war nach einem mehrmonatigen Aufenthalt im IS-Gebiet in Syrien in die Türkei geflohen und hat sich nach eigenen Aussagen von der Terrormiliz losgesagt. Bevor er Ende September nach Deutschland zurückgekehrt sei, habe der Mann NDR, WDR und “SZ” in der Türkei ein Interview gegeben, in dem er “Abu Walaa” schwer belastet und als “die Nummer 1 des IS in Deutschland” bezeichnet habe

Erst im August sei es zu Durchsuchungen gekommen. Unter den durchsuchten Objekten sei eine Moschee in der Hildesheimer Nordstadt gewesen, die als deutschlandweit bedeutender Treffpunkt der salafistischen Szene gilt. Sicherheitsbehörden hätten schon länger beobachtet, dass es im zeitlichen Umfeld zu Islamseminaren des Predigers in der Hildesheimer Moschee zu Ausreisen in Richtung Syrien gekommen war.

(APA)

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