3. September 2010 07:04; Akt.: 3.09.2010 07:04

Mehr als 240 Frauen nach Massenvergewaltigungen im Kongo behandelt

Die Massenvergewaltigungen während eines tagelangen mutmaßlichen Rebellenangriffs im Osten der Demokratischen Republik Kongo haben offenbar ein erschreckenderes Ausmaß als bisher bekannt. (4 Kommentare)

Inzwischen seien in der Provinz Nord-Kivu 242 vergewaltigte Frauen medizinisch behandelt worden, sagte der Arzt Cris Baguma von der US-Medizinerorganisation IMC am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP. Nach Angaben eines Behördenvertreters wurden innerhalb von vier Tagen zwischen Ende Juli und Anfang August fast 390 Frauen Opfer von Vergewaltigungen. Anschließend hätten sich die ruandischen Hutu-Rebellen und einheimische Milizen zurückgezogen.

Auch die Hilfsorganisation IMC machte die Rebellen der Demokratischen Kräfte für die Befreiung Ruandas (FDLR) und örtliche Milizen für die Vergewaltigungen verantwortlich. Den Angaben zufolge ereigneten sich die meisten Übergriffe in Luvungi, einer Ortschaft mit rund 2.200 Einwohnern, und in den umliegenden Dörfern. Die Angreifer hätten vermutet, dass die Frauen Gold zwischen ihren Beinen versteckten, da es in der Gegend mehrere Steinbrüche gebe, sagte Baguma.

Auch vor schwangeren Frauen und jungen Müttern hätten die Angreifer nicht haltgemacht. Einige Frauen seien vor den Augen ihrer Männer vergewaltigt worden, ergänzte der aus dem zentralafrikanischen Land stammende Arzt. Die Vergewaltigungsopfer waren demnach zwischen 16 und 75 Jahren alt. Es sei möglich, dass die Zahl der Betroffenen weiter steige. Einige hätten sich vermutlich nicht medizinisch versorgen lassen. Zudem seien noch nicht alle Gesundheitszentren der Region zu weiteren Fällen befragt worden.

Das UN-Büro für die Koordinierung humanitärer Hilfe (OCHA) hatte Ende August von mindestens 179 Vergewaltigungen in Nord-Kivu gesprochen. Der UNO-Sicherheitsrat forderte den Kongo daraufhin auf, die Gräueltaten zu stoppen. Die FDLR wies in einer Erklärung jede Verantwortung zurück.



Artikel weiterempfehlen
  • 0

Ihre Meinung Kommentare filtern  | 
KOMMENTARE FILTERN Optionen ausblenden  X


 
Sie müssen eingeloggt sein oder sich registrieren um einen Kommentar abzuschicken.
Please enter a title and content
 

HTML-Version von diesem Artikel

Mehr auf Salzburg24.at
Regierung beschert dem Land ein Sparpaket
Das Sparpaket liegt vor, und alle zeigen sich zufrieden - oder zumindest nicht ablehnend. Die Regierungsspitze [...] mehr »
Sparpaket von Ministerrat beschlossen
Die Regierung hat am Freitagabend bei einem Sonderministerrat das Sparpaket für die Jahre 2012 bis 2016 beschlossen. mehr »
Sparpaket: Die Maßnahmen im Überblick
Die Regierung hat bei einem Sonderministerrat am Dienstagabend das Sparpaket für die Jahre 2012 bis 2016 beschlossen. mehr »
Für Beamte eine Null-Lohnrunde und eine moderate Runde
Die Beamten werden knapp 1,8 Milliarden Euro bis 2016 zum Sparpaket beitragen. mehr »
Sparpaket: Systemwechsel bei den Pensionen
Pensionisten und jene, die bald den Ruhestand anpeilen, sind die Verlierer des Sparpakets. mehr »
Mehr Meldungen »

Anmelden

Facebook-Benutzer?

Sie können Ihren Facebook-Account zum Anmelden verwenden:

Mit Facebook verbinden



Passwort vergessen?
Neuen Nutzer registrieren

Anmelden oder Registrieren
um Profile zu verknüpfen

{username} registrieren Sie sich jetzt neu auf VOL, um Ihr Facebook-Profil mit einem neuen Benutzer zu verknüpfen ODER klicken Sie auf Anmelden wenn Sie bereits einen VOL-Benutzer haben.


muss eine gültige E-Mail-Adresse sein


Bitte max. 32 Zeichen verwenden


Mindestens 6 Zeichen





Sie haben bereits einen VOL-Benutzer? Anmelden

Bestehendes VOL-Profil verknüpfen

melden Sie sich mit Ihrem VOL-Benutzer an ODER klicken Sie auf Neu Registrieren .


Passwort vergessen

Sie haben noch keinen VOL-Benutzer? Neuen Benutzer registrieren