Mehr als 90 Prozent der Ärzte im Fortbildungs-Plus

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Ärzte müssen sich laufend fortbilden
Ärzte müssen sich laufend fortbilden - © APA
Mehr als 90 Prozent der dazu verpflichteten rund 33.000 österreichischen Ärzte sind in den vergangenen Jahren der geforderten Fortbildung durch Nachweis der absolvierten Aktivitäten nachgekommen. Praktizierende Ärzte, die das ohne entsprechende Gründe nicht getan haben, werden disziplinäre Konsequenzen zu tragen haben, hieß es jetzt aus der Österreichischen Ärztekammer.

“Wir sind bei deutlich über 90 Prozent. Aber natürlich gibt es auch problematische Lebensgeschichten. Ich kenne jedenfalls keine andere Berufsgruppe, die eine derartig rigorose Verpflichtung zur Fortbildung hat und dieser auch in diesem Ausmaß nachkommt”, sagte der Präsident des wissenschaftlichen Beirats der Österreichischen Akademie der Ärzte und oberösterreichischer Ärztekammerpräsident, Peter Niedermoser, gegenüber der APA.

Die Angelegenheit hat bereits eine jahrelange Vorgeschichte. Seit 1. September 2013 gelten neue Regelungen für den Nachweis der absolvierten Fortbildungsaktivitäten durch die österreichischen Ärzte laut Ärztegesetz und dem standeseigenen Diplom-Fortbildungs-Programm (DFP): die “Glaubhaftmachung” der absolvierten ärztlichen Fortbildung seitens des Arztes mit Stichtag 1. September 2016. Dies bedeutete, dass die Österreichische Ärztekammer erstmals verifizierte, welche Ärzte über ein aktuelles DFP-Diplom verfügten und die Mindestanzahl von Fortbildungspunkten auf ihrem Konto gesammelt hatten. Das erfolgte über einen elektronischen Suchlauf.

Wer unter den Ärzten die Erfordernisse nicht erfüllte, wurde darauf hingewiesen. “Dann bekommt er eine Mahnung, das innerhalb von drei Monaten (bis Ende November 2016) nachzuholen. Erfolgt das nicht, geht die Meldung an den Disziplinaranwalt”, hatte Niedermoser bereits im Frühjahr 2016 angekündigt.

Ab September 2013 war auch schrittweise die Umstellung des Fortbildungszeitraums von drei auf fünf Jahre mit Übergangsbestimmungen bis 30. Juni 2017 erfolgt. Das Erfordernis besteht in wahlweise 150 erworbenen DFP-Punkten innerhalb von drei Jahren oder 250 DFP-Punkten in fünf Jahren, die dann zu einem DFP-Diplom mit einer Gültigkeit von fünf Jahren führen.

Niedermoser sagte dazu: “Betroffen waren davon 33.000 der mehr als 40.000 Ärzte mit Berufsberechtigung in Österreich.” Turnusärzte in Ausbildung seien naturgemäß ausgenommen.

Die zweite Stufe der Angelegenheit wurde im vergangenen Jahr schlagend: Die Österreichische Ärztekammer übermittelte mit 31. August 2016 dem Gesundheitsministerium den Bericht “Ärztliche Fort- und Weiterbildung in Österreich”. Erstellt wurde er gemeinsam von Kammer und Akademie der Ärzte. Mitte 2017 wird der zweite derartige Report herauskommen und dann auch die Daten über die Fortbildungspflicht enthalten.

Bereits lange vorher hatte die Österreichische Akademie der Ärzte im Hintergrund für jeden Arzt ein elektronisches Fortbildungskonto angelegt, das von diesen aktiviert werden musste. Darauf wurden die Besuche von Fortbildungsveranstaltungen, Kursen, Ausbildung per wissenschaftlicher Literatur etc. gebucht. Anfang Jänner 2016 wickelten bereits 36.903 (Stand 6. Jänner 2016) von 43.800 österreichischen Ärzten ihre Fortbildung über ihr Fortbildungskonto online ab. Mitte 2014 waren es erst 28.000 gewesen.

Die aktuellen Zahlen (15. Februar 2017): 42.755 österreichische Ärzte haben ihr Fortbildungskonto aktiviert. Insgesamt wurden bereits 18 Millionen DFP-Punkte auf den Fortbildungskonten gesammelt.

Niedermoser sagte: “Ich hatte an sich nie einen Zweifel, dass die allermeisten österreichischen Ärzte ihrer Fortbildungspflicht nachkommen.” Der Anteil von mehr als 90 Prozent sei auf jeden Fall ein Erfolg. Bei Nichterfüllung der Pflicht und einer Anzeige beim Disziplinaranwalt würde unter Vorsitz eines unabhängigen Richters und mit ärztlichen Sachverständigen geklärt, ob ausreichende Entschuldigungsgründe vorliegen. Entschuldbare Gründe können beispielsweise lange Erkrankungen etc. sein.

Doch im Endeffekt könnten schließlich österreichweit einige Ärzte wegen Nichterfüllung ihrer Verpflichtung zur Fortbildung letztendlich ihre Berufsberechtigung verlieren. “Das war immer klar”, sagte Niedermoser.

(APA)

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