Mehr Behörden, Breitband und Bürger für den ländlichen Raum

Akt.:
Breitbandversorgung soll Landflucht vorbeugen
Breitbandversorgung soll Landflucht vorbeugen - © APA (Symbolbild/dpa)
Die Abwanderung aus dem ländlichen Raum soll gestoppt, der Zustrom zu den Städten gebremst werden. Das ist Ziel einer gemeinsamen Initiative von Landwirtschaftsministerium, Landeshauptleuten und Gemeindebund, die am Montag präsentiert wurde. Gesetzt wird dabei auf Breitband-Ausbau, Behörden-Verlegungen und Erleichterungen für Freiwillige.

Wie Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter (ÖVP) in Wien ausführte, soll bis Mitte des Jahres 2017 ein Masterplan vorliegen, der eine Attraktivierung des ländlichen Raums bringen soll. Was es brauche, seien Chancengleichheit und Perspektiven. Davon würden auch die Städte profitieren, sei der beständige Zuzug dorthin doch auch für diese eine Belastung.

Mehr in den Bereich der Symbolik fällt der Wunsch, Bundesbehörden von Wien aus in die Länder zu verlegen. Rupprechter verwies darauf, dass in Österreich gleich 64 von 68 entsprechenden Einrichtungen in der Bundeshauptstadt angesiedelt sind. In der vergleichbar großen Schweiz sind nur 35 Behörden in Bern beheimatet, der Rest, immerhin zwölf, über das Land verteilt.

In Tirol sucht man sich mit einer Breitband-Offensive gegen eine Landflucht zu wehren, die laut Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) in seinem Land ohnehin unter anderem dank des Tourismus nicht stattfindet. Doch ohne Breitband werde man keine Firmen-Ansiedelungen zusammenbringen. Dies sei so wichtig wie einst der Bau von Auto-Straßen.

Von Gemeindebund-Präsident Helmut Mödlhammer hervorgehoben wurde, dass es im Rahmen des Finanzausgleichs gelungen sei, diesmal einen gehörigen Teil der erhaltenen Zusatzmittel – über die fünfjährige Periode gerechnet 300 Millionen – für strukturschwache Kommunen zu reservieren. Dieses Geld brauche es, um die örtliche Infrastruktur gerade in den Bereichen Kinderbetreuung, Schule oder Pflege aufrecht zu erhalten, die für einen Verbleib in der Region mit entscheidend sei.

Als Vorteil des Landlebens schilderten alle drei das Vereinsleben, insbesondere im Bereich der Gemeinnützigkeit. Hier wird es laut Rupprechter aber jedenfalls rechtliche Vereinfachungen brauchen, um im Vereinsleben Aktive nicht z.B. mit Haftungsfragen zu frustrieren. Er sei diesbezüglich bereits im Gespräch mit Justizminister Wolfgang Brandstetter (ÖVP).

Eine direkte Hilfe für die Gemeinden soll der “Communal Audit Neu” sein. Mit diesem Verfahren sollen Kommunen genau sehen können, wo sie stehen und welche konkreten Maßnahmen für ihre Zukunft wichtig sind.

(APA)

Leserreporter
Feedback


0Kommentare

Herzlichen Dank für Ihren Kommentar - dieser wird nach einer Prüfung von uns freigeschaltet. Beachten Sie, dass dies gerade an Wochenenden etwas länger dauern kann.

noch 1000 Zeichen