Mehr Hilfe für Kurdenkämpfer gegen IS in Kobane

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Die USA unterstützen von der Luft aus
Die USA unterstützen von der Luft aus
Bei der Verteidigung der vom “Islamischen Staat” (IS) belagerten syrischen Stadt Kobane erhalten die Kurdenkämpfer neue Unterstützung. Die US-Armee versorgte sie erstmals aus der Luft mit Waffen, wie das US-Militärkommando Centcom mitteilte. Die Türkei kündigte am Montag an, Peschmerga-Kämpfer aus dem Irak könnten künftig über die Türkei zur Unterstützung der Kurdenkämpfer nach Kobane einreisen.


Kurdische Kämpfer wehren seit Wochen den Ansturm der Terrormiliz “Islamischer Staat” (IS) auf Kobane ab. Die Hauptlast tragen dabei bisher die kurdischen Volksschutzeinheiten (YPD), die mit der von der Türkei und der EU als Terrororganisation bekämpften PKK verbündet sind. Die USA und andere Staaten helfen den Kurden in Kobane mit Luftschlägen, waren aber bisher mit direkter Unterstützung der Kämpfer zurückhaltend.

Die irakischen Kurden kündigten bereits an, Kämpfer ihrer Peschmerga-Miliz in die vom IS belagerte nordsyrische Kurdenstadt Kobane schicken. “Wir sind bereit, über Land oder per Flugzeug Verstärkung zu schicken”, sagte ein Sprecher der kurdischen Regionalregierung im Nordirak.

Die kurdischen Volksschutzeinheiten will die Türkei aber weiterhin nicht direkt unterstützen, so lange sie nicht mit der Freien Syrischen Armee kooperiere und Pläne für eine autonome Kurdenregion in Syrien aufgebe. Hinter dem Schritt zur Unterstützung der nordirakischen Kurden steht eine lange kultivierte Allianz: Während sich die türkische Regierung in einem jahrzehntelangen Konflikt mit der PKK befindet, hat sie in den vergangenen Jahren engere Verbindungen zu den Kurden im Nordirak aufgebaut.

Neben Waffen und Munition versorgte das US-Militär die Kurden rund um die umkämpfte syrische Grenzstadt nach eigenen Angaben auch mit medizinischem Material. Demnach wurde das Material, darunter auch Kleinwaffen, von den kurdischen Behörden im Irak bereitgestellt. Ein Sprecher der YPG, Redur Xelil, bezeichnete die Waffenlieferungen als große Hilfe. Diese hätten positive Auswirkungen auf den Kampf gegen die IS-Kämpfer. Er danke den USA für die Unterstützung und hoffe auf weitere Lieferungen.

US-Außenminister John Kerry verteidigte die Unterstützung der kurdischen Kämpfer gegenüber der Türkei. Es wäre “unverantwortlich” und “moralisch sehr schwierig”, die Kurden im Kampf gegen IS nicht zu unterstützen, sagte Kerry am Montag bei einem Besuch in der indonesischen Hauptstadt Jakarta. Er beschwichtigte zugleich die türkischen Verbündeten. “Wir haben mit der türkischen Regierung gesprochen – ich und auch der Präsident, und haben klargestellt, dass dies keine Änderung in der Politik der Vereinigten Staaten darstellt”, sagte Kerry in Bezug auf die kurdischen Milizen, die im Nordsyrien und in der Türkei für ihre Selbstbestimmung kämpfen. Es handle sich um “eine Krisensituation, einen Notfall”.

Die IS-Miliz hatte zuletzt weite Teile im Norden Syriens sowie im Irak erobert und dort ein “Kalifat” ausgerufen. An der Bekämpfung der Jihadistengruppe beteiligen sich zahlreiche Länder. Aus dem Irak hieß von der Nachrichtenseite Al-Sumaria News es am Montag, Dutzende IS-Anhänger hätten von ihnen kontrollierte Gebiete rund um die Stadt Tikrit in Richtung der Provinz Ninive im Norden des Landes verlassen. Die Region um das 160 Kilometer nördlich Bagdads gelegene Tikrit war in den vergangenen Tagen verstärkt von Flugzeugen der internationalen Allianz bombardiert worden.

Die Terrormiliz “Islamischer Staat” (IS) griff indes im Nordirak erneut Angehörige der religiösen Minderheit der Yeziden an. Eine große Gruppe IS-Milizionäre sei mit rund 20 Geländemilitärfahrzeugen im Sinjar-Gebirge vorgerückt, zitierte die kurdische Nachrichtenseite Rudaw einen Kommandanten der Yeziden (Jesiden) am Montag.

Bereits vor einer Woche hatten IS-Kämpfer Zugänge zu dem Hochplateau abgeschnitten, das an der Grenze zu Syrien liegt. Nach Angaben von Rudaw leben noch rund 7.000 Zivilisten im Sinjar.

Anfang August waren im Sinjar rund 80.000 vornehmlich yezidische Flüchtlinge eingeschlossen, nachdem der IS das Umland unter Kontrolle gebracht hatte. Kurdische Peschmerga-Truppen konnten – unterstützt von US-Luftschlägen – die Belagerung durchbrechen. Viele Yeziden kamen in Flüchtlingslagern in der kurdischen Autonomieregion im Nordirak unter. Nach Angaben von Rudaw haben die verbliebenen Yeziden mithilfe kurdischer Ausbildner eine Art Bürgerwehr gebildet.

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