Mehr Milchsorten und mehr Export: Pinzgau Milch 2016 mit Umsatzplus

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Hans Steiner und Hannes Wilhelmstätter freuen sich über den Erfolg.
Hans Steiner und Hannes Wilhelmstätter freuen sich über den Erfolg. - © Neumayr/MMV
In einem für die Branche herausfordernden Jahr hat die Pinzgau Milch 2016 ihren Umsatz um 2,5 Prozent auf 102 Mio. Euro gesteigert. Insgesamt wurden im Vorjahr rund 105 Millionen Kilogramm Milch verarbeitet – das Unternehmen liegt damit im Mittelfeld der zehn größten Molkereien in Österreich.

Der Exportanteil stieg kräftig um 14 Prozent und beträgt mittlerweile 41 Prozent. Neben dem Plus im Export sei der Erfolg auch der erhöhten Nachfrage nach Käse und der zuletzt stark vorangetriebenen Diversifizierung bei den Milchsorten geschuldet, sagte Geschäftsführer Hannes Wilhelmstätter bei einem Pressegespräch am Mittwoch. “Wir haben zuletzt viel in die Sortentrennung investiert – bei der Sammlung, der Lagerung und der Abfüllung. Teilweise sind unsere Milchanhänger mit vier Kammern unterwegs.” Mittlerweile hat die Pinzgau Milch sechs Milchsorten im Programm.

Hälfte der Milch ist Bio

Die Hälfte der verarbeiteten Milchmenge hat zudem Bio-Qualität, der Anteil der Bio-Bauern unter den Lieferanten liegt bei 62 Prozent. Insgesamt beliefern rund 1.000 Höfe und Almen aus dem Pinzgau, dem Pongau und dem Tiroler Kaiserwinkel die Molkerei. Dabei handelt es sich fast durchwegs um kleinstrukturierte Landwirtschaften. Im Schnitt hat jeder Lieferant zwölf Kühe, die Durchschnittsmenge der abgelieferten Milch pro Betrieb lag im Vorjahr mit 72.000 Kilo rund 35 Prozent unter dem Österreich-Schnitt.

Mehr Milch, mehr Geld pro Liter

“Die Menge der angelieferten Milch ist 2016 um mehr als acht Prozent gestiegen, dennoch lagen wir bei den Auszahlungspreisen in Österreich im oberen Drittel”, sagte Wilhelmstätter. “Über alle Sorten haben wir unseren Zulieferern 41,9 Cent brutto pro Kilo Milch ausbezahlt.” Der Österreich-Schnitt liege hier bei 35,41 Cent. “Biobauern kommen besser davon, weil die Milchpreise nicht so stark gefallen sind.”

Pinzgau Milch wappnet sich für Brexit

Beim Absatz konnten auch Käse, vor allem aber die Flaschenprodukte zulegen. Darunter fallen Milchmischgetränke, die mit Proteinen, Ballaststoffen oder Vitaminen angereichert werden. Auch laktosefreie und vegane Produkte oder Smoothies würden sich steigender Beliebtheit erfreuen. Die Pinzgau Milch – mit 205 Mitarbeitern einer der größeren Arbeitgeber der Region – exportiert in 18 Länder, Hauptexportmarkt ist England. “Wir wappnen uns daher auch für den Brexit und versuchen mit Produktinnovationen gegenzusteuern.”

Herkunft stärker kommunizieren

In Zukunft will die Molkerei auf die Themen Regionalität und Natürlichkeit setzen. “Wir wollen den Konsumenten auf den Verpackungen stärker kommunizieren, woher die Milch kommt, welche Gräser die Kühe fressen, dass bei uns Tiergesundheit und artgerechte Tierhaltung im Vordergrund stehen”, betonte auch der zweite Pinzgau-Milch-Geschäftsführer Hans Steiner. “Viele Bauern bringen ihre Kühe in den Sommermonaten nach wie vor auf die rund 300 Almen und Hochalmen. Und die Wiesen in der Region werden in der Regel zwei bis drei Mal im Jahr gemäht, nicht sechs bis sieben Mal wie im Flachland.”

Butterreserven sind mehr oder weniger aufgebraucht

Probleme ganz anderer Art bereitet der Molkerei momentan die hohe Nachfrage nach Butter. “Es gibt derzeit so gut wie keine Butterreserven. Fett ist am Markt kaum zu bekommen und sehr teuer”. Die Pinzgau Milch bewege sich dabei an der Grenze zur Lieferfähigkeit. “Wir können dem Handel keine Aktionen mehr zusagen, weil wir den Rohstoff einfach nicht in ausreichender Menge haben. Das tut weh, weil man damit guten Umsatz erzielen könnte”, betonte Wilhelmstätter. Grund dafür sei vor allem die hohe Nachfrage nach Fett vonseiten der Lebensmittelindustrie, sagte auch sein Geschäftsführer-Kollege Steiner. “Nachdem Palmöl stark in die Kritik gekommen ist, hat die Industrie reagiert und wieder auf Butter umgestellt. Zugleich fragt der Konsument wieder fettreichere Produkte nach – weil sie einfach besser schmecken.”

(APA)

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