Mexiko: Leichen bei Suche nach Studenten gefunden

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Grauen im Süden Mexikos
Grauen im Süden Mexikos
Sieben Tage nach dem Verschwinden von 43 Studenten im Süden Mexikos hat die Polizei in der Region ein Massengrab entdeckt. Der leitende Staatsanwalt Inaky Blanco wollte zunächst keine Angaben zur Zahl der Leichen machen, die vor der Stadt Iguala gefunden wurden. Hinter dem Verschwinden der jungen Menschen stecken offenbar Bandenmitglieder und mit ihnen verbündete Polizisten.

Die Lehramtsstudenten waren am Freitag vor einer Woche zum Spendensammeln in Iguala 100 Kilometer nördlich von Chilpancingo im Bundesstaat Guerrero unterwegs. Nach ihrer Aktion kaperten sie mehrere öffentliche Busse, um zu ihrer Hochschule zurückzufahren. Polizisten aus Iguala eröffneten daraufhin das Feuer. Drei Studenten wurden getötet. Laut Augenzeugen wurden dutzende weitere Studenten in Polizeifahrzeugen fortgebracht. Seitdem fehlte von 43 Studenten jede Spur.

Massengrab entdeckt

Die Polizei nahm nach weiteren Schüssen auf einen Bus voll Fußballspielern insgesamt 30 Menschen fest, darunter 22 Polizisten sowie Mitglieder einer kriminellen Bande. Staatsanwalt Blanco zufolge hatten einige dieser Festgenommenen die Ermittler zu dem Hügel bei Iguala rund 200 Kilometer südlich von Mexiko-Stadt geführt. Blanco vermutet die kriminelle Bande Guerreros Unidos hinter den Verbrechen. Die Bande soll auch mehrere Polizisten in ihren Reihen haben.

Nach Angaben von Juan Lopez Villanueva, dem Ombudsmann der mexikanischen Kommission für Menschenrechte, wurden an dem schwer zugänglichen Ort sechs Gruben gefunden. Zwei Polizisten sagten, dass mindestens 15 Leichen gefunden worden seien. Mit Hilfe von DNA-Tests sollen die Körper nun identifiziert werden. Gegen den geflohenen Bürgermeister von Iguala wurde ein Haftbefehl erlassen.

Massaker wird befürchtet

Der verarmte Bundesstaat Guerrero ist fest im Griff von Bandengewalt und sozialen Unruhen. Allein in Iguala wurden in diesem Jahr schon 30 Leichen aus Massengräbern geholt. Der Gouverneur von Guerrero, Angel Aguirre, rief die Menschen auf, die “Eintracht zu wahren” und auf Gewalt zu verzichten. Aguirre bot den Angehörigen der “grausam massakrierten” Opfer seine Unterstützung an.

Am Donnerstag hatten Studenten und Lehrer für mehrere Stunden die Autobahn zwischen Chilpancingo und Acapulco blockiert und die Behörden aufgefordert, die Vermissten zu suchen. Die Vereinten Nationen mahnten in einer Erklärung ebenfalls eine intensive Suche nach den Vermissten an. Der Vorfall sei “eines der schlimmsten Ereignisse der jüngsten Zeit”. Sollte sich der Tod der Studenten bestätigen, wäre es eines der schlimmsten Massaker seit der Eskalation des Drogenkrieges im Jahr 2006, in dessen Verlauf rund 80.000 Menschen getötet wurden.

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