Michael Loebenstein wird neuer Direktor des Filmmuseums

Akt.:
Loebenstein folgt Horwath nach
Loebenstein folgt Horwath nach - © APA (THIRDMAN CREATIVE/MORTLOCK)
Der Nachfolger von Alexander Horwath an der Spitze des Österreichischen Filmmuseums steht fest: Der 42-jährige Michael Loebenstein übernimmt mit 1. Oktober 2017 die Funktion des Direktors der Filminstitution. Damit hat sich der Vorstand für ein bekanntes Gesicht entschieden, war der derzeitige Geschäftsführer des National Film and Sound Archives in Australien doch bereits am Filmmuseum tätig.

Seine persönliche Filmkarriere begann der am 26. August 1974 geborene Loebenstein zunächst als Filmkritiker bei der Wiener Stadtzeitung “Falter”, war aber auch für andere Medien tätig und Mitbegründer der Fachzeitschrift “kolik.film”. Ab 2004 betreute er dann im Filmmuseum zahlreiche wissenschaftliche und publizistische Projekte und konzipierte die Vermittlungs- und Forschungsabteilung, die er auch leitete. Er zeichnete maßgeblich für die DVD-Reihe “Edition Filmmuseum” verantwortlich, organisierte Programmreihen zu “Film und Geschichte” und initiierte zahlreiche Forschungskooperationen.

Dazu zählte unter anderem die langjährige Zusammenarbeit mit dem “Cluster Geschichte” der Ludwig Boltzmann Gesellschaft, wo er von 2009 bis 2011 auch als Projektleiter am dortigen Institut für Geschichte und Gesellschaft fungierte. Überdies trat er als Co-Kurator der Wien-Museum-Ausstellung “Wien im Film. Stadtbilder aus 100 Jahren” und als Autor in Erscheinung, wobei seine Publikationen sich primär prominenten Filmschaffenden wie Dziga Vertov, Peter Tscherkassky oder Gustav Deutsch widmen.

Der große Schnitt erfolgte dann im Jahr 2011, als der gebürtige Wiener zum Geschäftsführer des National Film and Sound Archive (NFSA) in Canberra, dem australischen Bundesarchiv für Film, Rundfunk und Tondokumente, berufen wurde. Dort setzte er den Weg der Modernisierung und Öffnung in Richtung Künstlern, Ausstellungskooperationen und Digitalisierung fort. Seit 2013 steht er überdies als Generalsekretär an der Spitze des Executive Committees der International Federation of Film Archives.

“Das NFSA in Canberra maßgeblich zu gestalten, war – und ist noch einige Monate lang – eine fantastische Erfahrung, und es war auch nicht mein ursprünglicher Plan, diese spannende Tätigkeit nach 5 Jahren zu beenden. Die Chance, mit dem Österreichischen Filmmuseum eines der international führenden Häuser in diesem Bereich zu leiten, konnte ich aber dennoch nicht vorübergehen lassen”, freute sich Loebenstein über seine Berufung.

Für diese setzte er sich beim im Juni gestarteten Bewerbungsprozess gegen 23 Konkurrenten durch, nachdem sich die siebenköpfige Findungskommission einstimmig für ihn als Nachfolger von Alexander Horwath entschieden hatte. Dieser stand nach 15 Jahren an der Spitze des Filmmuseums nicht mehr für eine Verlängerung zur Verfügung. Loebenstein wird nun im Frühjahr nach Wien rückübersiedeln und ab Sommer gemeinsam mit Horwath und dem Filmmuseumsteam die gleitende Übernahme seiner Funktion mit 1. Oktober vorbereiten.

Glückwünsche für den designierten Filmmuseumsleiter kamen von Kulturminister Thomas Drozda (SPÖ): “Michael Loebenstein verfügt über eine außerordentlich hohe Qualifikationsdichte.” Ebenso streute Wiens Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (SPÖ) dem künftigen Museumschef Rosen: “Das Filmmuseum hätte keinen besseren neuen Leiter finden können.”

(APA)

Leserreporter
Feedback


0Kommentare

Herzlichen Dank für Ihren Kommentar - dieser wird nach einer Prüfung von uns freigeschaltet. Beachten Sie, dass dies gerade an Wochenenden etwas länger dauern kann.

noch 1000 Zeichen