Migranten in der Lehre weiter unterrepräsentiert

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Jugendliche mit Migrationshintergrund sind in der Lehrlingsausbildung nach wie vor deutlich unterrepräsentiert. Während der Anteil von Kindern mit nicht-deutscher Umgangssprache in den Volksschulen 2012/13 26 Prozent betrug, waren es an Berufsschulen nur zwölf Prozent. Sogar an AHS-Oberstufen lag er laut einer Studie des Instituts für Bildungsforschung der Wirtschaft (ibw) mit 16 Prozent höher.


Die Gründe für die geringe Zahl an Lehrlingen mit Migrationshintergrund sind nach Ansicht der Studienautoren Helmut Dornmayr und Sabine Nowak “nicht eindeutig festzumachen”. Einerseits spielten natürlich die Deutschkenntnisse eine Rolle – das zeige schon allein der Umstand, dass der Anteil Jugendlicher mit nicht-deutscher Umgangssprache (11,7 Prozent) in den (gewerblich-kaufmännischen) Berufsschulen nur relativ geringfügig über dem Anteil Jugendlicher mit nicht-österreichischer Staatsbürgerschaft (7,8 Prozent) liegt. Die Differenz zwischen diesen beiden Anteilen ist in anderen Schultypen wesentlich höher.

Diverse Befragungen von Lehrbetrieben hätten aber gezeigt, dass “Deutschkenntnisse nicht im Mittelpunkt möglicher Qualifikationsdefizite stehen”. Viele Jugendliche mit Migrationshintergrund würden nämlich durchaus gut Deutsch und dazu noch eine zweite Sprache sprechen. Vielmehr vermuten die Autoren Informationsdefizite und spezifische Ausbildungspräferenzen der Jugendlichen sowie Ängste bzw. Schwierigkeiten der Lehrbetriebe hinsichtlich kultureller Unterschiede oder der bürokratischen Erfordernisse bei der Beschäftigung von Ausländern. Geringe Kenntnisse des Systems der Lehrlingsausbildung bzw. wenig Unterstützung der Eltern könne zu einem negativen Image der Lehre bzw. schlicht dazu führen, dass Bewerbungen zu spät versandt werden. Dazu käme die kurzfristig höhere finanzielle Attraktivität von Hilfsarbeiter-Jobs.

Die Zahl der Kinder bzw. Jugendlichen mit nicht-deutscher Muttersprache nimmt nach der achten bzw. neunten Schulstufe stark ab: Liegt er in der achten Schulstufe (die neunte wird wegen der neunjährigen Schulpflicht vor allem wegen Klassenwiederholungen nicht von allen erreicht, Anm.) noch bei 21,2 Prozent, sind es in der zehnten 15,1 und in der zwölften nur mehr 12,4 Prozent. Das ist nicht einmal mehr die Hälfte des Anteils in der ersten Schulstufe (25,6 Prozent).

Die höchsten Anteile an Kindern bzw. Jugendlichen mit nicht-deutscher Umgangssprache unter den weiterführenden Schulen weisen die Handelsschulen auf (53,4 Prozent), die Handelsakademien kommen auf 28,3 Prozent, technische und gewerbliche mittlere Schulen auf 20 und wirtschaftsberufliche mittlere Schulen auf 17 Prozent. Lediglich Werte um ein Prozent erreichen land- und forstwirtschaftliche mittlere, höhere und Berufsschulen.

Das frühe Ausscheiden von Jugendlichen mit Migrationshintergrund aus dem weiterführenden Schul- bzw. Ausbildungssystem zeigt sich sowohl bei Burschen als auch bei Mädchen: Es seien “keine geschlechtsspezifischen Unterschiede” festzustellen, heißt es in der Studie.

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