8. Februar 2012 13:22; Akt.: 8.02.2012 13:36

“Migranten müssen sich anpassen”

Staatssekretär Sebastian Kurz besucht Bregenzer Mittelschule Staatssekretär Sebastian Kurz besucht Bregenzer Mittelschule - © VOL.AT/Sascha Schmidt
von VOL.AT/Sascha Schmidt - Bregenz – Das Integrationsprojekt „Zusammen Österreich“ ist  im Oktober 2011 von Sebastian Kurz, Staatssekretär für Integration, ins Leben gerufen worden. Am Mittwoch besuchte Kurz gemeinsam mit Schauspieler Mike Galeli die Mittelschule Vorkloster in Bregenz.

Das Projekt, das derzeit in Österreichs Schulen umgesetzt wird, will nicht die Herkunft eines Menschen in den Vordergrund stellen, sondern die Bereitschaft, sich anzustrengen und etwas beizutragen – egal ob im Beruf, im Verein oder in der Schule.

Unterstützt wird das Projekt von 130 Integrationsbotschaftern, die mit ihren eigenen positiven Lebensgeschichten erfolgreiche Integration aufzeigen wollen. “Mit dem Projekt rücken wir die Erfahrungen der Integrationsbotschafter, Menschen mit Migrationshintergrund, verstärkt in den Vordergrund. Sie gehen zu jungen Menschen in Schulen, sprechen über ihren erfolgreichen Weg in Österreich und zeigen, wie Integration funktioniert, wenn man Verantwortung übernimmt und etwas leistet“, erklärt Kurz im Rahmen seines Besuches der Mittelschule Vorkloster in Bregenz. Neben dem Vorarlberger Schauspieler und Model Mike Galeli reicht die Prominenz, die das Projekt unterstützt, von Ivica Vastic bis hin zu Arabella Kiesbauer. 

Integration durch Leistung

Mit dem Projekt soll Integration an Schulen massiv vorangetrieben werden. „In den Schulen deswegen, weil man bei jungen Menschen noch viel erreichen kann. Wir wollen Vorurteile abbauen und wir wollen Motivation bei Kindern mit Migrationshintergrund schaffen“, so Kurz. Dem jungen Staatssekretär zufolge sollen Menschen danach beurteilt werden, was sie bereit sind für Österreich zu leisten sowie danach, was sie der Gesellschaft zurückgeben wollen.

Alteingesessene Migranten schwer zu erreichen

Daneben soll das Projekt ebenso dabei helfen, jene zu erreichen, die schon sehr lange in Österreich leben oder gar schon die Staatsbürgerschaft besitzen und trotzdem noch nicht integriert sind. „Unsere Erfahrung ist, dass wir gerade junge Menschen und neue Zuwanderer sehr gut erreichen können und an alle anderen, also jene, die noch nicht integriert sind, ausschließlich über deren Kinder und Enkelkinder herankommen“, glaubt Kurz, der diese Thematik als sehr schwierig einschätzt.

Der 1967 in Istanbul geborene Schauspieler Mike Galeli, der bereits seit 42 Jahren in Vorarlberg lebt, ist Integrationsbotschafter und unterstützt das Projekt „Zusammen Österreich“. „Als man mich fragte, ob ich bei dem Projekt dabei sein möchte, war es für mich selbstverständlich zuzusagen und ich war sehr stolz darauf, dabei sein zu können“, erklärt Galeli. In Bezug auf sein eigenes Leben glaubt der Schauspieler, zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort gewesen zu sein. Doch auch Glück spielte bei seiner erfolgreichen Integration innerhalb Vorarlbergs eine wichtige Rolle, ist das Model überzeugt.

Migranten müssen sich anpassen

Dass der Staat und die Bevölkerung etwas tun müssen, damit Integration gelingt, steht für Galeli außer Frage. Viel mehr aber sieht er den Ball bei den Migranten: „Ich denke, dass große Problem liegt an uns selber. Der Staat kann machen, was er will – wenn wir da nicht mitmachen, hilft das Ganze nichts. Wir müssen daran denken, dass wir in Österreich leben und wer hier leben will, muss sich anpassen, die Sprache lernen und mitarbeiten“, ist der gebürtige Türke überzeugt. Das gelte nicht nur für Österreich, sondern für jedes Land. Wenn Österreicher in der Türkei leben wollen, dann müssen sie sich eben dort anpassen. „Wir müssen Geduld haben, weiter daran arbeiten und zusammen helfen“, meint Galeli abschließend.

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