Milchpreis: Bauern liefern sich in Brüssel Auseinandersetzungen mit Polizei

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Bei den Protesten ist es zu Ausschreitungen mit der Polizei gekommen.
Bei den Protesten ist es zu Ausschreitungen mit der Polizei gekommen. - © APA/EPA/LAURENT DUBRULE
Die Vertreter der IG Milch warnen aufgrund des Preisverfalles vor einem Milchbauernsterben in Österreich und fordern einen Erzeuger-Milchpreis von 50 Cent. Bei einer Demonstration am Montag in Brüssel kam es zu heftigen Auseinandersetzungen.

Bei den Protesten tausender Bauern in Brüssel ist es am Montag vereinzelt zu Auseinandersetzungen mit der Polizei gekommen. Landwirte warfen am Nachmittag Flaschen und Pflastersteine auf die Polizisten, meldete die belgische Nachrichtenagentur Belga.

6.000 Bauern protestieren in Brüssel

Die Beamten setzten daraufhin Tränengas ein. Löschfahrzeuge waren im Einsatz, um brennende Heuhaufen zu löschen und Gruppen radikaler Landwirte zu zerstreuen. Seit der Früh protestierten rund 6.000 Bauern im EU-Viertel. Sie forderten nach dem Verfall der Milchpreise Unterstützung von der EU.

Milchbauern: „Die Krise ist voll da“

“Die Krise ist voll da”, sagte Ewald Grünzweil, IG Milch Obmann, am Montag vor Journalisten. Die Bauern bekommen derzeit von den Großmolkereien für einen Liter konventionelle Milch nur mehr 30 Cent, vergangenes Jahr waren es bis zu 40 Cent.

Aus ganz Europa furhen Bauern nach Brüssel, um zu demonstrieren./APA/EPA/OLIVIER HOSLET Aus ganz Europa fuhren Bauern nach Brüssel, um zu demonstrieren./APA/EPA/OLIVIER HOSLET ©

Sondertreffen der EU-Landwirtschaftsminister

Am Montag fand ein Sondertreffen der EU-Landwirtschaftsminister in Brüssel aufgrund des Milchpreisverfalles statt, bei dem über ein Hilfspaket für die Milchbauern gesprochen wurde. Der Inhalt ist noch nicht bekannt.

EU-Milchmarkt wird liberalisiert

Seit Mai ist der EU-Milchmarkt liberalisiert, zuvor war die Produktion mit Quoten beschränkt. Die Bauern können nun so viel Milch produzieren wie sie wollen. “Wir müssen raus aus der Wachstums- und Intensivierungssackgasse”, betonte Grünzweil. “Wir tragen sicher eine Mitschuld”, zeigte er sich selbstkritisch. Das Hilfspaket der EU-Kommission bezeichnete er als unzureichend und “als alten Hut”. Maßnahmen wie Exportförderung oder Einlagerung würden nicht den Milchmarkt stabilisieren.

Die Polizei setzte Tränengas gegen die Bauern ein./APA/EPA/OLIVIER HOSLET Die Polizei setzte Tränengas gegen die Bauern ein./APA/EPA/OLIVIER HOSLET ©

IG Milch fordert 50 Cent pro Liter

Die IG Milch fordert einen Milchpreis von 50 Cent pro Liter für konventionelle Milch und 60 Cent für Biomilch. Der Preis soll den Milchbauern für die ersten 50.000 Liter gezahlt werden, dann soll es Preisabschläge von mehreren Cent geben. Der Bauernbund hatte kürzlich einen Milchpreis von mindestens 40 Cent und eine “Agrarmarkt-Control” zur Preisüberwachung gefordert.

31.500 Milchbauern in Österreich

In Österreich gab es 2014 rund 31.500 Milchbauern mit 534.000 Kühen. Sie produzierten 3,06 Mio. Tonnen Milch. Die IG Milch hat nach eigenen Angaben rund 2.000 Mitglieder. Sie wurde 2004 aus einer Protestbewegung gegen Milchdumping-Preise bei großen Handelsketten gegründet. Im Jahr 2006 folgte die eigene Marke “A faire Milch”, die sich bisher mäßig erfolgreich verkaufte.

(APA)

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