Mindestens 40 Luftangriffe erschüttern Rebellenteile Aleppos

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Bei den neuerlichen Angriffen gab es wieder Tote
Bei den neuerlichen Angriffen gab es wieder Tote - © APA (AFP)
Bei einer Reihe russischer und syrischer Luftangriffe auf die Rebellengebiete Aleppos in Nordsyrien sind nach Angaben von Menschenrechtlern mindestens neun Menschen getötet worden. “Bis jetzt haben wir 40 Bombardements verzeichnet”, sagte Ibrahim al-Haj von den zivilen Rettungshelfern der Weißhelme. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen.

Getroffen worden seien unter anderem ein Kinderkrankenhaus und eine Schule im Stadtteil im Al-Shaar. Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte wurden mindestens 25 Menschen bei den Angriffen verletzt.

Das mit der syrischen Regierung verbündete Russland hatte am Dienstag nach Wochen relativer Ruhe einen Offensive mit Luftangriffen in Syrien begonnen. Moskau bestritt aber Berichte über russische Angriffe auf Aleppo.

Die von der Türkei militärisch unterstützten Rebellen im Norden Syriens stehen unterdessen nur noch zwei Kilometer vor der Stadt Al-Bab und dürften diese nach den Worten des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan schon sehr bald einnehmen. Die Extremistenmiliz “Islamischer Staat” (IS) leiste noch Widerstand, aber vermutlich nicht mehr lange, sagte Erdogan am Mittwoch.

Am Dienstag hatten die Rebellen die strategisch wichtige Stadt Kabassin vom IS erobert und damit die letzte größere Bastion vor Al-Bab eingenommen. Al-Bab wollen sowohl die arabisch-turkmenischen Milizen, die von der Türkei unterstützt werden, wir auch die kurdische Miliz in Syrien unter ihre Kontrolle bringen. Die Türkei hat im August einer Offensive in Syrien begonnen, um einerseits die IS-Kämpfer, vor allem aber die syrische Kurdenmiliz YPG von ihrer Grenze zu vertreiben.

Unterdessen kündigte die YPG an, sich auf die Gebiete östlich des Euphrats zurückzuziehen und dabei auch die von ihnen eroberte Stadt Manbij aufzugeben. Sie wolle ihre Kräfte für den Angriff auf die IS-Hochburg Raqqa konzentrieren, sagte sie zur Begründung. Die Türkei hatte den Abzug der YPG aus Manbij gefordert und sieht auch deren Engagement bei der Befreiung Raqqas kritisch. Sie befürchtet, dass ein Erstarken der Kurden in Syrien dem Unabhängigkeitskampf der Kurden im eigenen Land neuen Schwung verleihen würde.

(APA/dpa)

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