Ministerin sieht keinen Änderungsbedarf in Deutsch

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Zentralmatura decke auch Literatur ab, heißt es
Zentralmatura decke auch Literatur ab, heißt es
Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) hat am Mittwoch im Ö1-“Mittagsjournal” die wiederholten Vorwürfe der IG Autorinnen Autoren, die schriftliche Zentralmatura führe zu einer stiefmütterlichen Behandlung von Literatur an den höheren Schulen, zurückgewiesen. “Literatur ist Teil der standardisierten Reifeprüfung und das ist gut und genug so”, sieht sie keinen Änderungsbedarf.


“Es ist jetzt geregelter meiner Meinung nach als in der Vergangenheit, als es individuell entschieden wurde, welche Themen zur Matura kommen”, so die Ministerin. “Es hätte auch sein können, dass keine Literatur vorkommt, und das ist jetzt Pflicht.”

Die IG Autorinnen Autoren hatte wiederholt nicht nur die Qualität der Aufgabestellungen kritisiert, sondern ortet auch eine immer oberflächlichere Beschäftigung mit Literatur an den Oberstufen aufgrund der Zentralmatura. Heinisch-Hosek wiederum betonte, dass das Interesse junger Menschen an Literatur nicht dadurch entstehe, ob diese ein Drittel oder die Hälfte der Matura ausmache, sondern dadurch, wie der Pädagoge dem Umgang damit vermittle.

Erst mit der Zentralmatura gibt es die Verpflichtung zur Stellung einer literarischen Aufgabe bei der Deutsch-Reifeprüfung. Das zeigt ein Vergleich der “alten” mit der neuen Reifeprüfungsverordnung. Allerdings ist es nun nicht mehr möglich, “nur” mit einem Literaturthema durch die Matura zu kommen.

Die “alte” Reifeprüfungsverordnung sah vor, dass bei der Deutsch-Matura drei Themen gestellt werden müssen: Eines musste ein Problemaufsatz sein, das zweite die Analyse eines (literarischen oder nicht-literarischen) Textes, für das dritte gab es keine verpflichtende Vorgabe. In der Praxis gaben die Lehrer aber zumindest ein literarisches Thema.

Mit der Zentralmatura wird nun eine literarische Aufgabe verpflichtend festgeschrieben: Künftig gibt es drei sogenannte “Themenpakete”, die aus je zwei voneinander unabhängigen Aufgaben bestehen, die gleich gewichtet werden müssen. Eine dieser Aufgaben muss eine literarische Themenstellung beinhalten.

Konsequenz: Das Literatur-Thema ist nun zwar in einer der Aufgaben vorgeschrieben, gleichzeitig muss aber noch eine andere Aufgabe absolviert werden. Damit kann nicht mehr wie bisher eventuell die gesamte Deutsch-Matura mit einer Literaturaufgabe absolviert werden.

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