Missbrauchsanklage gegen Ex-Priester in Bayern

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Der Priester ließ sich eine Reihe von Vergehen zu Schulden kommen.
Der Priester ließ sich eine Reihe von Vergehen zu Schulden kommen. - © Bilderbox/Themenbild
Gegen einen Ex-Priester ist in Bayern unter anderem wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern in mehreren Ländern Anklage erhoben worden. Die Staatsanwaltschaft Deggendorf legt dem 53-Jährigen auch die versuchte Vergewaltigung einer 18-Jährigen in Niederösterreich Ende 1995/Anfang 1996 zur Last. In zwei Fällen soll sich der Mann ebenfalls in Niederösterreich an einem Buben vergangen haben.

Die Anklage geht davon aus, dass der aus dem Klerikerstand entlassene Priester insgesamt fünf Buben bei insgesamt mehr als 100 Gelegenheiten sexuell missbraucht hat. Der Beschuldigte ist einschlägig vorbestraft und wurde Ende September vergangenen Jahres festgenommen. Er befand sich zunächst in Untersuchungshaft, ist derzeit aber in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht, wie die Staatsanwaltschaft Deggendorf am Donnerstag mitteilte. Die Behörde geht nach Einholung eines psychiatrischen Gutachtens davon aus, dass der 53-Jährige wegen einer Triebanomalie bei der Begehung der Missbrauchstaten vermindert schuldfähig war.

Ex-Priester wegen Missbrauchs in mehreren Ländern beschuldigt

Neben schwerem sexuellen Missbrauch – er soll seine Taten auch in Deutschland, Italien, der Schweiz und Polen begangen haben – wirft die Staatsanwaltschaft dem ehemaligen Priester auch gewerbsmäßigen Betrug, Urkundenfälschung sowie den Missbrauch von Titeln und Berufsbezeichnungen vor. Bei den Ermittlungen hat sich nämlich herausgestellte, dass er sich über einen nicht existierenden Hochschulabschluss in Polen die Priesterweihe erschlichen hatte und auch nach seiner kirchengerichtlichen Laisierung seit 2012 weiter als Priester ausgegeben hat.

53-Jähriger auch des Spendenbetrugs beschuldigt

Zumindest seit 2013 hat sich der Beschuldigte seinen Lebensunterhalt durch Spendenbetrug erschlichen, indem er behauptete, in der Missionsarbeit tätig zu sein, und strenggläubigen Menschen Geld für missionarische Zwecke herauslockte. Die Staatsanwaltschaft geht von einem Gesamtschaden von mindestens 100.000 Euro aus. Bis auf einzelne Fälle von Missbrauch habe der Mann keine Tatvorwürfe gestanden.

Über die Zulassung der Anklage muss noch das Landgericht Deggendorf entscheiden. Wann der Prozess beginnen wird, steht deshalb noch nicht fest.

(APA)

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