Missbrauchsvorwürfe: Salzburger Ex-Rennläuferin Obermoser “total überrascht”

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Die ehemalige Skirennläuferin hier bei einem Benefizrennen im Jahr 2014. Archivbild)
Die ehemalige Skirennläuferin hier bei einem Benefizrennen im Jahr 2014. Archivbild) - © APA/BARBARA GINDL
Eine der Rennläuferinnen in der Ära von Herbert Mandl als Damen-Cheftrainer im ÖSV war Brigitte Obermoser. Von der APA kontaktiert sagte die Salzburgerin am Donnerstag: “Ich habe von so etwas nichts gewusst, mir ist auch kein Fall bekannt. Ich kann mir nicht vorstellen, wer das sein hätte können.”

Die heute 41-jährige Obermoser ist mehrfache WM- und Olympiateilnehmerin und hat 2007 nach über 20 Jahren im Alpinski-Weltcup ihre Karriere beendet. Die Ex-Rennläuferin ist zweifache Mutter und betreibt in Radstadt ein Fitnessstudio.

Obermoser: “Ich war von Werdeniggs Aussage total überrascht”

“Ich war von Nicola Werdeniggs Aussage total überrascht und dass sie diese Jahreszahl nennt”, sagte Obermoser weiters, räumte aber auch ein: “Oft geht sowas ja im stillen Kämmerlein über die Bühne und das erfragt dann eben keiner.”

Die Salzburgerin hält das aktuelle Thema sexualisierte Gewalt gegenüber Frauen prinzipiell aber für enorm wichtig. “Das ist es definitiv. Es gibt deshalb ja auch schon spezielle Organisationen. Trainer zu sein ist nun mal eine Männerdomäne, bei uns im Skisport sowieso”, führte die Gewinnerin von drei Weltcuprennen weiters aus.

“Das ist das Allerschlimmste überhaupt”

Sie halte Aufklärung in diese Richtung deshalb für ratsam. “Es ist wichtig, dass das behandelt wird. Damit Aufklärung stattfindet und man in Zukunft weiß, dass man eine Anlaufstelle hat, sollte etwas passieren oder man sich angegriffen fühlen oder sogar körperlich angegriffen worden sein. Das ist ja das Allerschlimmste eigentlich.”

Obermoser findet es deshalb gut, dass der Skiverband schon vor Jahren mit der Frauen-Beauftragten Petra Kronberger und nun auch mit der Beistellung von Roswitha Stadlober reagiert hat. “Sie sollten Aufklärungsarbeit leisten und für die Leute da sein, die sich melden können, wenn etwas passiert sein sollte.”

Umgang miteinander besonders im Skirennsport wichtig

Die Salzburgerin hält es aber für ebenfalls ganz wichtig, dass es für Betroffene die Möglichkeit gibt, auch zu größeren Anlaufstellen gehen zu können. “Da gibt es Institutionen in Österreich, die auch Psychologen und ganzes anderes Know-how dahinter haben und wo man professionell betreut wird.”

Nicht nur, aber doch auch speziell im Skirennsport sei der Umgang miteinander wichtig, betonte Obermoser. “Es ist wichtig zu wissen, so geht man nicht mehr miteinander um. Man hat einfach Respekt auch gegenüber Athletinnen zu zeigen und darf das nicht in einem Atemzug mit einer Aufstellung oder einer Wertschätzung gegenüber der Athletin, so nach dem Motto, du bist mehr wert als jemand anderer, tun. Es darf nicht sein, dass man zum Beispiel über Einsätze Macht ausübt.”

(APA)

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